Saturday, February 19, 2011

Urlaub zu hause (Nachtraege II) - Bilder da

Normalerweise hatte ich mir, streng genommen, in den Kopf gesetzt nicht ueber zu hause zu schreiben. Da sich nun aber im letzten Jahr die Verhaeltnisse (mit meiner Hilfe) auf den Kopf gestellt haben und zuhause zur Zeit  nur noch auf Reisen oder im Urlaub statt findet und ich ueber selbige(n) ja wohl schreiben muss, stehe ich vor dem Dilemma entweder nicht ueber den Urlaub zu schreiben oder mit der Tradition nicht ueber zuhause zu schreiben zu brechen und/oder mir den Kopf zu zerbrechen ueber was es sic ueberhaupt zu scheiben lohnt. Bevor nun aber der/die Leser(in) nun ueber den Satzbau bricht, oder mich zum sorgfaeltigeren Umgang mit der deutschen Sprache ermahnen muss sei folgender Kompromiss in den Raum gestellt:

Ich vermeide kompromittierende Bilder ehemaliger Erziehungsberechtigter, nutzloses Palaver (bei genauen Hinsehen hab ich dagegen wohl schon verstossen) und Details aus dem haeusslichen Leben (geht die Damen und Herren der Homeland Security auch nichts an). Dafuer versuche ich mich zu erinnern, wie es sich anfuehlt Urlaub in Deutschland zu machen.

Um es denen mit etwas kuerzerer Aufmerksameitsspanne (alters oder twitterbedingt) zu erleichtern sei die Erkenntnis schon mal an den Anfang gestellt; es war eine willkommene und erstrebenswerte Abwechslung mal wieder zu hause zu sein, und darueber hinaus in Europa, besonders in Anbetracht der Tatsache dass mir dieses Vergnuegen ueber die letzten 11,5 Monate verwehrt geblieben war.

So kommt es, dass die Welt ploetzlich ein wenig anders aussieht. Die alten, engen Staedte in Deutschland, stellvertretend fuer Europa so einiges an Reiz gewinnen, die Ordnung, Sauberkeit, Muelltrennng, Gruendlichkeit, fast voellige Unterbindung des rechts Ueberholens, Effizienz, der nichtbestehende gesellschaftliche Zwang 20% Trinkgeld zu geben, Autos die nicht aller 3h betankt werden muessen, ueber die man ohne sich auf eine Leiter zu stellen hinwegsehen kann, um den schneller als Schrittempo fahrenden Verkehr auch hinter parkenden Auto sehen zu koennen, Autos die auf Kopfsteinpflasterstrassen parken und fahren, auch wenn es ganz enge sind da sie dort auch hindurchpassen ohne rechts und links die Haeuser mitzureisen, welche natuerlich da aus Stein gebaut auch nicht einfach mitgerissen werden koennten, weder von Autos noch von Wind oder Sturm. Ueberhaupt, so richtig Sturm gibt es gar nicht in Deutschland und Europa, der kommt gar nicht hier her und verschwendet seine Kraft, bleibt lieber in Amerika und blaesst die Trockenbauwaende weg, und die Kartenhaeuser, da kommt er wenigstens in Fernsehen. Besonders zu FOX News mit der staendig wehenden amerikanischen Flagge im Hintergrund, die darueber wegtaeuschen soll (und kann) dass  in den Nachrichten heir nie ueber irgendetwas substanzielleres als College Sports berichtet wird, internationale Berichterstattung ausser in der New York Times entweder nicht stattfindet oder auf amerikanische Kriegsgeschehnisse reduziert bleibt und die Berichterstattung ueber die Demokratiebestrebungen in Aegypten schon daran scheitert, dass ein bereits genannter TV Sender den Zuschauern eine Landkarte zeigt auf der Aqypten im Iran liegt.
Das soll nicht heissen, dass in Deutschland alles besser waere, ein Abend im Hotelzimmer reicht schon aus um zu sehen, dass es ausser Dschungelcamp Idiotismus und des weiterhin zur besten Sendezeit vorherschenden Zwanges mindestens 5-7 Hitlerdokumentationen an einem Wochentag zu zeigen wirklich ncihts sehenswertes gibt, dass man sich nicht auch in der englischen Originalfassung anschauen koennte bzw. schon zu oft getan hat um auch nur laenger als 3 Sekunden auf dem program zu verweilen. Bleibt nur noch eine aufheiternde Dokumemntation ueber das bevorstehende Ende der Welt, vorhrgerufen durch in den USA weiterhin oeffntlich geleugnete globale Erwaermung und damit verbundene Naturkatastrophen.
Aber man muss ja nicht fernsehen, es sei denn es kommt Football aber der wurde ja in Deutschland wieder ausgerottet (danke, Premiere etc). Da bleibt einem wenigstens der Gang in die Kneipe, zum Beispiel in Mainz, um dann dort fuer 2,80 ein Glas Wein zu trinken dass mich in Michigan 12 Dollar kosten wurde, bzw nicht zu haben ist. Oder ein Bier, dass weder so hopfig ist dass es mir aus dem Hals staubt noch durch Zugabe exotischer Zutaten das Trinken erschwerende Geschmaecker nach Schokolade, Kaffee, Himbeeren, Holz, Erde, Kuerbis oder Erdbeertorte auf die Zunge kleistert, die den Gedanken an ein weiteres Gebraeu recht schnell abwuergen.
Nein, ein ganz einfaches Bier kauft man sich hier, das ist billiger als Wasser (eigentlich auch ein Hohn).
Oder man geht Skifahren im Gebirge, eigentlich nichts besonderes da zumindest zuhause eine Selbstverstaendlichkeit. Wie exotisch das eigentlich ist wird einem erst in Michigan bewusst. Zum einen muss man sich auf einen Goldplatz begeben um Ski zu fahren oder in einen Metro- oder State Park, indem man dann von Leuten, die weder Ahnung noch Lust haben, Ski ausleihen kann, mit denen man dann auf immerhin gut gekennzeichneten Wegen geradeaus bzw. im Kreis laufen darf, denn Berge gibts es hier keine. Aber dazu ein anderes Mal.
Bleiben wir beim Skifahren im Gebirge zuhause, in sauberer Luft, umgeben von Leuten die wissen wie man Ski laeuft, es vielleicht sogar ein wenig uebertreiben, dafuer ist man kostenlos am Start und muss nicht nach einem eingezaeunten Waldstueck in der suburbanen Mittelklassenwueste von Suedost Michigan suchen.
Dazu kommt in Deutschland die inzwischen vermisste Kultur, die Semperoper in Dresden, der tausendjaehrige Dom in Mainz, direkt beim Gutenbergmuseum, Gutenberg selbst, ein Weihnachtsfest bei dem ich mich weder durch Werbung noch sonstige Einfluesse rational oder emotional dazu genoetigt fuehle Jennifer oder meiner Famile ein Auto zu kaufen oder ein paar Diamanten, auf Kredit natuerlich, guenstig finanziert. Dafuer gibt es Heiligabend und dazu noch zwei Weihnachtsfeiertage, an denen man richtiges, selbstgemachtes Essen bekommt.
Eigentlich alles perfekt, wenn nicht 2 Wochen Weihnachtsferien ein ganzes verpasstes Jahr ersetzen muessten was dann dazu fuerht das eigentlich noch mehr Stress ensteht als sein muesste, man abwechselnd in mehreren Orten gleichzeitig ist und sowieso keine Zeit hat fuer irgendwas. Besuche bei Famile kann man daher an einer Hand abzaehlen, bei Freunden an einem Finger und bei weniger gluecklichen ist es ganz ausgefallen.
Ein bisschen schade eigentlich, hinterlaesst es doch den bitteren Nachgeschmack nichts richtig gemacht zu haben, dafuer alle zur Haelfte und trotzdem jedem zur Last gefallen zu sein.
Ob sich dies allerdings so einfach aendern laesst solange meine Urlaubszeit so begrenzt ist wie sie ist und einen die Arbeit zur Planungsunfaehigkeit knebelt ist die nachste Frage. Immerhin fanden sich so einige Ansatzpunkte doch baldigst wiederzukommen, um unter anderem den Rheine in wenig mehr zu erkunden, zum Beispiel mit dem Fahrrad, mit Jennifer vielleicht sogar eine etwas ausgedehntere Reise zu unternehmen, ein paar Burgen, Staedte, Weinberge etc anzusteuern und ueberhaupt all diese europaeischen Dinge zu tun die einem hier fehlen… ueber Kopfsteinpflaster zu spazieren, an einer mittelalterlichen Stadtmauer entlang, roemische Burganlagen zu sehen, Museen mit echten, alten Fundstuecken, Opern, Buchlaeden in denen einem nicht der eReader direkt beim Hereinlaufen schon in die Arme geschmissen wird, und in denen man sich traut auch intelektuell anspruchsvollere, ‘richtige Literatur’ ins Schaufenster zu stellen, Sachbuecher zu verkaufen die nicht nur von fanatischen Spinnern geschrieben werde, die die “Verbrechen” und “Skandale” der gerade aktuellen Regierung entbloessen, sondern sich auch mit relevanten Themen auseinandersetzen. (Der aufmerksame Leser mag einwerfen dass in Deutschland die meisten Sachbuecher die gleichen Themen behandeln wie die Dokumentationen im Abendprogramm aber darueber sei hier mal hinweggesehen).
Bevor ich mich dann in noch weitere Widersprueche verstricke hier ein paar Bilder zur wertfreien Illustration.

Weihnachtsmarkt in Mainz

Oybin Bergkirche

Weihnachtsbild


Echte Kerze am Baum


Jennifer bezeichnet den Winterurlaub auch gerne als Trainingslager/Bootcamp


Einer der Gruende dafuer lag an den mitunter anspruchsvollen Skiwanderungen


Skiwanderung - diesmal ohne Klettern


So geht's doch auch...


Postkartenwetter


Auf zum naechsten Skitrip


Zur Abwechslung wurde auch mal gewandert


Gipfelbesteigung Lausche


Neujahrskoeche

Neuigkeiten


Konzertabend


Saengerin im Publikum


Vorfruehling Mainz

Germania

Rheinflut in Ruedesheim vom Weinberg aus gesehen


best,
-k

Saturday, February 05, 2011

Nachtraege (I) - Der runde Geburtstag

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Jennifer feiert meistens ihren Geburtstag nicht, da sie sich zumindst in den vergangenen Jahren entweder auf Flughaefen rumtrieb oder zu verschiedenen Musikveransaltungen oder Proben zu erscheinen hatte. Erst 2009 hatte sie nach der Rueckreise aus Deutschland am 15. einen Weiterflug  nach Nevada, der sie davon abhielt mal an sich zu denken. Darueber hinaus werden die Glueckwuensche dann meist ganz oekonomisch zusammengefasst und als ein “Happy Christmas” oder auch “Merry Birthday” mit den Weihnachtsgruessen verschmolzen.
So kam es dass Jennifer dann gar nicht mehr wusste was man an seinem Geburtstag ueberhaupt macht und sich fast weigerte den Tag frei zu nehmen. Vorsichtshalber hab ich mir dann aber frei genommen und da blieb ihr nichts anderes uebrig als sich in ihr Schicksal zu fuegen.
Nachdem mir meine eigenen, bis zum letzten Moment nur aus vagen Ideen bestehenden Plaene dann auch noch im keim erstickten, wurde dann die Vorbereitung des grossen Tages doch noch ganz schoen stressing. Zum einen weigerte sich mein fuer Extravagazen nicht ausgelegtes Kapital sich auf Kommando zu vermehren und zum anderen lief mir dann doch ganz schoen die Zeit davon. Was macht man denn auch wenn man einen Geburtstag feiern will und das Organisationskommitee und die Gaeste selbst darstellen muss? Wie das nicht funkioniert sieht man jedes Jahr zu Silvester im Fernsehen, ausserdem ist die Dame ja auch noch keine 90.
Wie dem auch sei, da Schneemangel schon den Skiausflug unmoeglich machte und ein Tagesausflug nach Chicago sich nicht wirklich lohnt, ging es dann nach dem natuerlich gerne gemachten Fruehstueck (mit Kuchen) als Kurzausflug zum Schlittschuhfahren nach Detroit, und danach noch zum Ethiopischen Restaurant fuer ein sehr traditionelles Abendessen, dort hatte der vorrausschauend agierende Hauptdarseller auch schon einen Tisch reserviert.
Schlittschuhlaufen nur fuer mich - die Dame im Hintergrund ist nur die Aufsicht
Da wir in der einstigen Grossstadt am fruehen Nachmittag auch noch das Eis samt Musik und Weihnachtsbaum fuer uns hatten, schien es Jennifer auch in der sonst eher unbeliebten Stadt ganz gut zu gefallen, gut genug dass sie zmindest voruebergehnd gar nicht daran denken musste wie alt sie denn nun eigentlich ist.


 Blick ueber die groesstenteils leeren Strassen Detroit's von der kleinen Hochbahn aus gesehen

 Renaissance Center - GM Sitz und Wahrzeichen der Automobilstadt
Dies erklaert vielleicht auch das fast nicht existierende system oeffentlicher Verkehrsmittel, denn wer nimmt schon die Bahn wenn man an jeder Ecke daran erinnert wird, dass heir Autos gebaut werden?


Happy Birthday Noodle

Viel Zeit ueber das neue Lebensalter nachzudenken blieb allerdings auch im Nachhinein nicht, immerhin stand nur 5 Tage nachher die grosse Abreise in den “Winter, Heimat-, Auslands-, Greencardtest- und Businessurlaub auf dem Plan. Dazu ausnahmsweise beim naechsten Mal (Nachtrag II) mehr.


 best,
-k

Friday, November 26, 2010

Happy Thanksgiving

Wenn schon aus Sparpflicht zum Daheimbleiben verdonnert, sollte Thanksgiving dieses Jahr wenigstens entspannt ablaufen - ganz ohne Stress, ohne Auto- oder Flugreisen mit Gentitalien-abtasten. Denn soweit sind wir wohl angeblich auch schon in der alljaehrlichen Reise und Terroralarmsaison wenn man den Zeitungsberichten in der NYT Glauben schenken darf. 

Da freu ich mich ja schon auf den Flug in die nun auch noch bedrohte Heimat und hab mir fest vorgenommen den Beamten wenigstens eins ueberzuziehen wenn sie mir bei der Sprengstoffsuche in die Unterhose greifen. Irgendwo hoert der Spass ja wohl auf, auch wenn ich dann getasert werde. Aber vielleicht geht ja auch alles problemlos ueber die Buehne. 

Waren die Tage uebrigens mal zum 'Wandern' in Ohio, das liegt ja auch nur etwa eine dreiviertel Stunde suedlich von Ann Arbor. Hatte bei der Suche nach guenstigen Ausflugzielen eine website aufgestoebert auf der man in seiner Umgebung nach Trails, also Wanderwegen und Fahrradwegen oder auch Wassersportmoeglichkeiten suchen kann. Da jedoch der ganze Bundesstaat Michigan flach ist wie die ihn umgebenden Seen, muss man bei der Wanderung schon mal auf jegliches Gefaelle (und Gesteige) verzichten. Auch funktioniert das ruasgehen hier nicht so einfach wie andeswo auf der Welt wo einen der Fussweg vorm Haus zum naechsten Berg oder Wald fuerht, hier geht der, wenn ueberhaupt, zum naechsten Parkplatz an der Einkaufsmall oder auch zur Autobahnauffahrt und dann ist auch schon Ende.

Also muss man um irgendwo hin zu laufen erstmal irgendwohin fahren, einmal dort angekommen parkt man allerdings meist umsonst und hat oftmals gut gepflegte Wander, Radfahr, Reit- und was-weiss-ich-noch fuer Wege die einen wenn schon nicht auf den Berg, doch wengstens auf einer Art Rundkurs durch die Landschaft fuehren. So kam es , dass wir bei recht kuehlem, wolkenverhangenem Wetter mal nur so zum Spass eine Stunde nach Ohio fuhren um dort, wenn schon nicht auf dem angekuendigten 17-Meilen Kurs, dann doch wenigstens die 5-7 Meilen Wanderwege zu erkunden. Grund des Ausflugs waren die angekuendigten Sandduehnen die dort einst vom Eriesee zurueck gelassen wurden. Dieser zog sich naemlich einfach zurueck irgendwann und liess den Sand liegen, und so kommt es dass man nun eine halbe Stunde westlich von Toledo noch ein paar Duehnchen im Wald liegen hat, auch wenn das ganze bei weitenm nicht so spektakulaer aussieht wie wir uns erhofft hatten. 

Blick von der geschaetzten 3-4m Duehne auf dem Duehnenpfad, da fragt sich der nicht ausgelastete Wanderer "Ist das alles?"

Die erste Frage bejaht, fanden wir neben einer noch kleineren Dueehne (Sandmulde) dann immerhin noch eine interessante Graslandschaft und ein wenig Bewegung an frischer Luft

und die Praerie

Jennifer fotografiert gern

und ein wenig Wald

und eine Tornadoschneisse von etwa 80-100m Breite die hier wohl vor ein paar Jahren durch die Landschaft gerissen wurde, auf den Wanderschildern schon aufgezeigt zieht sich die Schneisse quer durch den Naturpark und zeigt dem beindruckten Beobachter wie viel Kraft den so ein Lueftchen haben kann und das selbigem bestimmt auch kein Haus amerianischer Bauweise geachsen ist. Die Baeume zumindest waren regelrecht abrasiert, wie Streichhoelzer. 

Und weil's so schoen war gleich noch ein Bild. 

Suesskartoffelauflauf mit Marshmallows

Und das Festessen zu zweit, wenn auch ohne Truthahn. Selbiger wurde durch einen 2-Pfund Schinken ersetzt. So geht's doch auch. 



Einen letzten Vorteil brachte Thanksgiving noch: Da heute hier die Weihnachtseinkaufssaison beginnt und die meisten sich Freitag nach Thanksgiving frei nehmen hab ich tatsaechlich mal ein langes Wochenende frei. Vier ganze Tage. Das fuehlt sich schon fast an wie Weihnachten.


best,
-k

Saturday, November 13, 2010

Nur ein paar Nachtraege

bevor ich es vergesse und es im Nebel der Vergangenheit versinkt -hier noch ein kurzer Nachrag vom Halloween Wochenende und unserem kleinen Ausflug aufs Land (das uns ja in jeder Richtung umgibt.

Konnte mir bei der Fahrt ueber die Landstrassen und teilweise in Feldwegen endenden, einspurigen Straesschen zwischen den Farmen und und Bauernhoefen des mittleren Westens den Gedanken nicht verkneifen, dass es schon ein wenig ironisch ist um die halbe Welt zu ziehen und halb Amerika zu durchforsten nur um dann einen Sonntagsausflug in eine Gegend zu machen die einer geplaetteten Kreuzung aus Bertsdorf und Spitzkunnersdorf gleich kommt, samt Landgeruch, alten Leuten, Familien mit Kindern, aber ohne Kirchturm und Fussballverein, und etwas verduennt mit viel Luft zwischen den einzelnen Hoefen... Fast wie ein mit Wasser verduenntes, amerikanisches Bier -sehr flach eben.

Wie dem auch sei, hier ein paar Bilder fuer alle die keine Zeit (und/oder Lust) zum Lesen eines wirklichen Beitrages haben.

So siehts aus auf dem Land, im Hintergrund die Farm und der Traktor mit dem Hayride Anhaenger fuer die Stadttouristen. 

Jennifers Fundstueck im Kuerbis Acker

Da hat sie sich ganz schoen abschinden muessen, aber immerhin war genug Fleisch fuer ein paar Kuchen drin :)


Ein typische Farm im Mittleren Westen, samt Plastik-Kuh und Joh-Deer Traktor zum fotografieren.

Zu den Attraktionen der Farm, zaehlten neben dem Country Shop, Donut und Cider Aufwaerm-Raum, Streichel- und Fuetterzoo auch ein Michigan Outhouse. Selbige sind Jennifer noch aus ihrem Kindheitsurlaub in Michigan bekannt. Auf diesem wurde offenbar der Insasse vergessen.

Nach dem Ausflug wurde die Beute erlegt. 

Und nachher auf dem Balkon platziert und beleuchte. 

Als zweiten Nachtrag noch ein paar Tierbilder von Ausflug an den Lake Huron (letzter Post). 
Spaetestens beim Anblick der schwarzen Eichhoernchen erinnernt man sich wie nahe man an der Kanadischen Grenze ist. Die nordamerikansichen Eichhoerchen sind entweder grau der auch rotbraun und nurin Kanada (und unmittelbar an der Grenze) sieht man die schwarzen Verwandten.

Der Punkt auf dem Stein im Wasser ist der auch letztens schon besprochene Weisskopfseeadler.


Und amerikanische Rehe sind etwa doppelt so gross wie europaeische, da haelt man auch mal an wenn die Familie ueber die Strasse moechte.

Und nur zum Beweis, ich war auch mit.

Und um dem Motto des Posts treu zu bleiben, noch ein letzter Nachtrag zu unserem nun schon einige Wochen zuruecliegenden Kanu-erlebnis und dem Seebegraebnis meiner Boston Kappe: Ein paar Eindruecke vom Huron Fluessschen in Ann Arbor.


Schildkroeten im Huron River, Anfang Herbst.


Das letzte bekannt Bild meiner Muetze vor ihrer Seebestattung

Jennifer nachdem sie gelernt hat das Kanu zu manoevrieren


Blick ueber den Huron Fluss

Fluss mit Kanutin

Ein Reiher 

Damit solls mit Nachtraegen erstmal genug sein, demnaechst gibts auch mla wieder aktuelle Bilder, wenn auch die Ereignisse die solche rechtfertigen wuerden recht duenn gesaeht sind. 

best,
-k


Saturday, November 06, 2010

Roadtrip am Daumen

Das mag ein wenig kryptisch klingen aber genau das haben wir gemacht und zwar vor zwei Wochen. Der Bundesstaat Michigan sieht - und da wiederhole ich mich auch - ein wenig aus wie eine Hand. Keine besonders schoene und dazu auch noch eine Linke in der Draufsicht, und gekleidet in eine Art Winterhandschuh. Aber immerhin eine Hand und deren Daumen sind wir an der Kueste des Lake Huron abgefahren, bei schoenstem Herbstwetter. Kam einem fast ein wenig vor wie eine Art Highway One fuer Arme, das Wasser war zwar endlos und meist blau, dafuer aber auf der falschen Seite und noch nicht mal salzig. Und da um diese Jahreszeit hier auch wirklich nicht viel los ist, waren die Campingplaetze so leer wie die Strassen, da machen die 350 Meilen im Auto sogar Spass und sind trotz des durstigen V6 mit einer Tankfuellung machbar. Bleibt nur noch zu klaeren warum sich der Sonntag im Auto denn gelohnt hat.

Grund 1) Man sieht mal wieder was - zum Beispiel ein altes Leuchtschiff, jetzt ein Museum in Port Huron, MI.

Grund 2) Wenn man einmal am Meer gewohnt hat zieht es einen zum Wasser zurueck, denn man merkt erst was man hatte wenn es einem fehlt. Wenn die Flussmuendung hier auch nicht den Blick auf Meer freigibt, so doch wenigstens auf den Lake Huron. Und der ist ja auch irgendwie mit dem Meer verbunden. Und mit Kanada! 

Grund 3) Man sieht auch mal wieder ein anderes Land, wenn auch nur ueber den St. Claire River -aber immerhin.

Grund 4) Man kann in jedem Kuestenstaedtchen einen Leuchtturm sehen. Und wer wie Jennifer gerne Lechttuerme sieht hat daran besonders viel Spass.
Grund 4a) steht nur ein paar Orte weiter noerdlich und war nur von der Hafeneinfahrt aus sichtbar

Grund 5) War auch lange an keinem Strand mehr :)

Wie gesagt

Grund 4c) Noch ein wenig noerdlicher am Daumen, und besonders malerisch gelegen

Grund 6) Man kann sich schonmal fuers naechste Jahr ein paar Wochenendausflugsziele aussuchen. Campingplaetze und Familienurlaubsunteruenft gibts genug, und frischen Fisch aus dem See dazu.


Insgesamt also kein schlechter Sonntag, und dann haben wir sogar noch einen Weisskopfseeadler gesehen - leider aber nur aus der Ferne und daher nicht fotografiert. Die sind hier inzwischen so selten dass ich mich nicht entsinnen kann schonmal einen in freier Wildbahn gesehen zu haben. 

Und da jedem schoenen Erlebnis ein schlechtes folgt hat Jennifer dann auch noch ein Eichhoernchen ueberfahren. Dabei ist sie doch so tierlieb und vorsichtig, aber der kleine Flitzer schoss direkt auf die Fahrbahn und flog nur noch hinter dem Auto in die Luft...


Zum Oktoberausklang kam dann noch einmal Besuch nach Ann Arbor, wenn auch nur fuer einen Abend. Der junge Mann mit dem Hut und der Gitarre in der Mitte ist Bob Dylan. Gesehen mit auesserster Vergroesserung aus der letzten, und absolut hintersten Reiche auf dem zweiten Balkon direkt unterm Dach (so direkt unterm Dach dass man beim Aufstehen mit dem Schaedel tatsaechlich fast die Decke durchstoesst) im Hill Auditorium der University of Michigan. 

Zu sehen war vom wohl bedeutendstem Saenger des 20. Jh nicht sehr viel, meist auch nur ein ueberaus grosser Schatten an der Wand. Dafuer konnte man ihn hoeren (wenn auch nur die Vokale). 

Wenn man ueberlegt das Bob Dylan den Beatles in den 60ern geraten hat bessere Songs zu schreiben und angeblich Jimi Hendrix ermutigt hat ach zu singen kann man sich vorstellen wie viele Musikergenerationen der Mann gekannt, ueberlebt, inspiriert und uebertroffen hat. 

Haben versucht waehrend des Konzerts die Songs zu erraten, was aber durch Dekonstruktion der bekanntesten Lieder und Bob's Sprechgesang nicht immer vor dem Ende eines Liedes moeglich war. Trotzdem und vielleicht auch gerade deshalb ein wunderbarer Abend, und selbst Jennifer hat ihre Abneigung nun ueberwunden und war fast -wirklich nur fast- so begeistert wie ich.

best,
-k