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Sunday, October 21, 2018

19 Stunden in Island

Die Rueckreise vom Heimatbesuch erfolgte nicht nur im Billigflieger sondern gewährte auch einen Kurzaufenthalt im hohen Norden Europas. Ganze 19 Stunden Zwischenstopp in Island, von denen wurden dann etwa acht (mit Unterbrechungen) verschlafen, sechs im Mietwagen verfahren und mindestens eine zur Entspannung in der Thermalquelle genossen. Dazwischen fügten sich ein spätes Abendbrot (Lammkebab), hastiges Frühstück, Ein- und Auschecken am Flughafen und im Hotel, und ein wildes Hin- und Herstolpern mit Kamera und Telefon. Eine Pinkelpause gab es auch.

Guten Morgen Island - kurz nach 7 ist man noch fast allein unterwegs in Richtung Reykjavik und fährt dem Sonnenaufgang teilweise entgegen

Saturday, May 10, 2014

Sierra Nevada - RCO Reno & Ausflug nach Bodie


Toledo Express Airport - Fliegen als waere es 1950!
Hier starten am Tag nur 2 Fluege (nach Chicago und ueberhaupt), da macht man das Terminal dicht sobald die Maschine in der Luft ist. Wenn dann mal etwas dazwischen kommt, wird es spannend. 
Ein Startabbruch bei 70mph entpuppt sich als problematisch, das Flugzeug kehrt zurueck zum Terminal und keiner ist mehr da. Passagiere sind nervoes und muessen gefuettert werden bzw. an einer Bar beruhigt werden, den Techniker muss man zuhause anrufen, dann kommt er auch mit einem alten Van (der einen ein wenig an das A-Team erinnert) dramatisch ueber die Rollbahn gerast, nach nur 30 Minuten Wartezeit, und verschwindet dann fuer eine Stunde zwischen Leitern und Warnwesten im Triebwerk. In der Zwischenzeit loesst das Bodenpersonal auch das Raetsel der Flugumbuchung um den Passagieren, die laut Computer bereits in der Luft haengen, einen neuen Flug zu finden, denn die Verbindungsfluege in Chicago warten nicht auf den treffend getauften Express Flughafen in der Provinz. So kommt der Protagonist nach 2h Verspaetung am Ende 2h eher in Reno an, sogar ein Mittagessen gab es noch, wenn auch im Glas, serviert von der bedienten Bedienung, deren Nachmittagsplaene sich in Luft aufloesten.

  
 Soprano Solistin fuer das Reno Chamber Orchestra fuer Haydn's Lord Nelson Messe unter der Leitung von Theodore Kuchar,
 
Saengerin mit Familie

Szenenwechsel - Kalifornien, auf dem Weg in die Goldgraebergeisterstadt; Blick auf die Eastern Sierras / Mammoth

Bodie

Zwischen 1879 und 1930 war Bodie eine der groesseten Goldgraeberstadte des Westens, dann ging das Gold aus. 

Die Haeuser und Bretterbuden werden von Park Rangers vor dem Zusammenbruch bewahrt und bleiben damit in einem Zustand des "festgehaltenem Zerfalls". Die ewige Geisterstadt sieht damit heute aehnlich runtergekommen aus wie 1940, aber eben auch nciht viel schlimmer. Seit 1962 ist Bodie ein State Park.

Ein Blick durch das Fenster zeigt dass sicher inzwischen inszinierte Innenleben einzelner Gebaeude, hier beim Kindersargmacher.

Saloon und Hotel an der inzwischen verlassenen Kreuzung, nach zwei grossen Braenden im 20 Jh. ist nur noch wenig uebrig. Zu Bluetezeiten gab es 65 Saloons, mehrere Hurenhaeuser, Opiumschuppen und sogar ein Chinatown. Hier noch ein paar Bilder.

Die alte Mine selbst ist ohne Rangerbegleitung fuer Besucher gesperrt, wie auch der Hugel auf dem sie steht, da dieser honigwabenartig von Tunneln durchzogen ist und damit ensturzgefaehrdet. 

best,
-k

Thursday, March 26, 2009

Das Ende der Unschuld (Bilder sind da)

oder so ähnlich sollte der neue Blogeintrag heißen, aber im Moment weiß ich nicht ob das wirklich der beste Titel ist.
Alles begann gestern. Bei Außentemperaturen von -48 Grad Celcius und einer Flughöhe von etwas über 12,000m über dem Ärmelkanal schwitze ich ein wenig hinter meiner Sonnenbrille als der Flieger mit etwa 700km/h in Richtung London dröhnt. Unter mir spiegelt sich die Sonne golden auf dem Wasser und scheint zumindest momentan nur für mich zu scheinen. Auf meinem kleinen iPod singt Joan Baez soeben einen Bob Dylan Song (und das auch noch in seiner Stimmlage) und nicht einmal die britischen Lautschprecherdurchsagen des Bordpersonals stören mich im Moment als wir uns langsam auf London herabsenken, und damit die dort wohl fest verankerte Wolkendecke durchstoßen. Zeitgleich heißt dieses Eintauchen unter die Wolken, dass für mich jetzt zumindest formal ein neuer Lebensabschnitt beginnt, bzw. sich unwideruflich ankündigt. Unmittelbar vor dem Ende der Unschuld also, wo nach nun fast 6 Jahren Uni ein Silberstreif am sprichwörtlichen Horizont sichtbar wird. Um dem ganzen noch einen drauf zu setzen spielt mein kleiner iPod jetzt völlig unaufgefordert und willkürlich "Streets of London", ein Dylanesqer Song über Obdachlose und gescheiterte Existenzen in der großen Stadt, ein richtig ernsthaft erwachsenes Thema eben. Sehen kann ich diese Straßen leider nicht, der Pilot kreist zwar über dem Stadtzentrum, ich sitze aber leider auf der falschen Fensterseite und erhasche nur hin und wieder einen Blick auf die Themse, und das auch nur wenn ich mein gesicht gegen das kleine Aussenfenster presse und wie ein blöder Tourist aussehe.
Mit dem Landeanflug beginnt nun die Uhr zu ticken. 3h 40min in Heathrow Airport Terminal 5 trennen mich noch vom neuen Lebensabschnitt, dem viel besungenen und in dieser Form von mir erzwungenen Arbeitsaufenthalt in Boston. 3:40h zum Nichtstun verdammt sein, Staatenlos, wie in einer Art Speicher für internationales Treibgut zwischengelagert, ohne Ausgang, ohne Stress, zur Selbstreflektion verdonnert an den großen Glasfenstern vor denen aller 25 sekunden eine Maschine gen Himmel röhrt, wie eine bleierne Ente mühselig vom Boden abhebt um eine Fracht ebensolchen Zwischenlagergutes wie meiner Selbst aus London in alle Welt zu bringen.
Was macht man wenn einen plötzlich einer zwingt 3:40h nichts zu tun, nirgendwo hin zu hetzen, nur zu warten auf den Aufbruch? Man wandert, irrt, langweilt sich, stolpert umher, fotografiert, liest, grübelt, schwitzt, hört Bob Dylans Mundharmonika bis einem die Ohren dröhnen, zögert den unausweichlichen Gang zur Bar heraus bis es keinen Ausweg mehr gibt und wird dann doch wie von einem Strudel an irgendeine Kasse, Bar, Geschäftsstelle gezerrt nur um überhaupt irgendetwas zu tun. Und gibt reumütig ein wenig Geld aus. Weil es irgendwie sein muss.
Die Sonne senkt sich langsam aber sicher, die Uhr tickt und irgendwann kommt der Aufruf zum Gate, fast eine Erlösung. Und doch irgendwie schade, denn das Nichtstun am großen sonngien Fenster ist doch eine Quelle unglaublicher Entspannung. Und Beobachten macht Spaß. Mehr noch als Selbstreflektion, daher spare ich mir auch an dieser Stelle eine Zusammenfassung der gemachten Erkenntnisse und das implizit angekündigte Resüme. Wahrscheinlich wird dann sowieso wieder alles anders als geplant, die Zeit der Sorglosigkeit endet wahrscheinlich genausowenig abrupt in Boston wie sie es das letzte Mal getan hat, trotz anstehender wichtiger Aufgaben, Termine, Pläne und dem endlich wieder geweckten -und für die Abschlussarbeit lebenswichtigen- Ehrgeiz.
Die Zeit der Dummheiten deren Ende ich zumindest mir selbst vor dem Abflug beschoren hatte ("Nie wieder mach ich eine der folgenden Sachen... " bzw. "...provoziere ich mein Glück wie damals bei...") endete zwar zumindest formal in London, aber mal ganz ehrlich, um tatsächlich erwachsen zu werden, so von heut auf morgen, reichen eben die 3:40 in London dann doch nicht aus. Was hatte ich mir dabei auch nur gedacht? Vielleicht klappt es ja wenigstens (ansatzweise) während meiner heute angebrochenen "Gnadensfrist" von 6 Monaten. Da sind wir ja mal gespannt, oder nicht?

best,
k

Als Rausschmeißer die guten Nachrichten:
- ich wurde bei der Einreise nicht zu Tode getasered/erschossen/verhaftet/deportiert
- der DAAD gibt mir noch etwas mehr Geld
- Steve Stecklow zeigt mir das Büro des Wall Street Journals
- am 31. 3. spreche ich mit meinem Berater hier über meine Magisterarbeit
- DIE SONNE SCHEINT
- für 75 Cent bekomme ich noch immer einen Boston Globe!

Erkenntnis des Tages:
-500ml French Vanilla Kaffe machen den Schlafmangel/Jetlag (5h letzte Nacht) völlig vergssen


Guiness, Sandwich, iPod
Heathrow, British Airways Terminal
Terminal 5
Terminal 5 II
Sonnenuntergang, Terminal 5

Sonnenuntergang II
Relaxed

Looking at the world over the rim of my guiness glass (tea cup)