Friday, August 12, 2011

Déjà vu

Wieder einmal gab es Besuch aus Nevada, wie schon im letzten Sommer. Und wie letztes Jahr gab es einen Sommerverwandschaftsbesuch, komplett mit Abhol- und Bringdienst. Und wie beim letzten Mal blieb wieder keine Zeit mit dem einen oder anderen Besuch tatsaechlich etwas zu unternehmen, denn arbeiten muss man ja auch. Da blieb nur das Wochenende fuer einen Ausflug, und der ging dann auch noch wie letztes Mal (und ueberhaupt jedes 2. Wochenende) an den Lake Michigan und natuerlich zum Einkaufen. Im Grossen und Ganzen blieb also alles beim Alten, selbst das Tennis spielen.

 
Duenenerklimmer - Van Buren State Park

Aussicht auf Lake Michigan

Naturparkbewohner

Einzige Ausnahme sollte ein Abstecher nach Boston werden, doch auch dieser sollte sich in Kuerze  anfuehlen wie ein sich wiederholender Film. Einziges Hindernis war ein Kurzausflug nach Pittsburgh, denn von dort startete ein selbst mit Benzin- und Parkkosten noch biligerer Direktflug zur wohlausgeschlafenen 7. Stunde, also gerade schon bei Tageslicht. Lohn der kurzen Nacht sollte ein langer Tag in Boston sein, immerhin kamen wir dort schon zum Fruehstueck an. Nach einem kurzen Rundflug ueber die Hafeninseln und die Umgebung landeten wir dann also genau dort, wo wir frueher geschlafen haben – in East Boston.

Es ist erstaunlich wie schnell einem die Sinnesorgane mitteilen wo man ist, allein schon vom Geruch her kann man sich problemlos in der Stadt orientieren. Kaum aus dem Flugzeug und dem Shuttlebus ausgesiegen weht einem als erstes die vertraute, kuehle Meeresluft um die Nase. Die unmittelbar folgende Sicherheitsansage am Airport T-Stop klingt ebenso vertraut wie die kurz darauf kreischend zum Stehen kommende Bahn. Deren Inneres riecht heimisch, und auch daran erinnert man sich ploetzlich, nach den Plastiksitzen, der Klimaanlage und den Metallstangen an denen man sich festhaelt.

Kaum losgefahren sagt die altbekannte Automatenstimme einem die Stationen an – und jede einzelne ruft eine ganz bestimmte Erinnerung ins Gedaechtnis, zu der man schon fast die Spur verloren hatte. So spielt sich mit jeder Ansage eine wieder aufgerufene Szene ab, fast wie von einer Filmrolle.

Ansage: “Airport, doors open on the right”
Gehirn: “Du bist zuhause im Ghetto angekommen, lauf durch den Park, ueber den Huegel und tritt nicht in die Hundescheisse.”

Ansage: “Maverick, doors open on the left”
Gehirn: “Wenn du heir aussteigst, hast du einen guten Blick auf die Stadt ueber den Hafen, und siehst den ein oder anderen Drogendeal.”

Ansage: “Aquarium, doors open on the right”
Gehirn: “Das Aquarium am Hafen, dort warst du auch schon. Und wenn du hier aussteigst kannst du direkt am Waser zu deinem Fitnessstudio laufen.”

Ansage: “State Street…”
Gehirn “…Umsteigen in Orange Line wenn du zu Chris faehrst…”

Ansage: “Government Center…”
Gehirn: “Umsteigen zu Green Line, stickig und heiss, Treppe rauf, hier spielen oft Musiker fuer Kleingeld…gleich riechst du den Kaffee vom Dunkin’ Donuts, den hast du sonst immer gekauft und dazu einen Boston Cream Donut von der kleinen Suedamerikanerin…”

Kaum umgestiegen setzt sich das Spiel in der Green Line fort:

A: “Park Street”
G: “…Downtown, Umsteigen zu Redline nach Cambridge wo Jennifer gearbeitet hat…Park und Freedom Trail”

A: “Boylston”
G: “Theater District…ab hier kein Handyempfang mehr in der Bahn”

A: “Arlington”
G: “Siehste, kein Empfang, steck das Telefon ein…Boylston/Newbury Street mit den teuren Laeden”

A: “Copley”
G: “Hier aussteigen fuer Bibliothek und Prudential Center”

A: “Hynes Convention Center…”
G: “Man hoert immer noch dass dies Frueher einmal Hynes Convetion Center – ICA hiess. Da war die moderne Kunst Ausstellung bevor sie ans Wasser umzog. Seitdem ist die Ansage abgeschnitten”

A: “Kenmore”
G: “Gleich wieder Internet und Handy Empfang...aussteigen fuer Red Sox/Fenway Park und den Buchladen an der Boston University.”

A: “Blandford Street”
G: “Tageslicht! Von jetzt an geht’s ueberirdisch weiter…”

A: “BU East”
G: “Oh Gott, 3 Haltestellen fuer meine Uni– das dauert ewig und wird mitunter unangenehm voll, hier siehst du auch das College of Communication”.

A: “BU Central” ….. “BU West” …
G: “Campus, hier ist meine Magisterarbeit entstanden und dort geht Jen noch immer zur Uni…muessen wir an jedem Stopp anhalten? So ein Mist..Ich hab Hunger”.

A: "Pleasant Street"
G: "zu deiner Rechten der riesige Sportkomplex der BU, mit den Laufbaendern direkt hinter der Glaswand, damit du abends die Maedels beim Trainieren siehst…"

...

A: “Packard”
G: “Aussteigen! Du bist in Allston – Willkomen zuhause”


Und so weiter… jedes Geraeusch, sei es die Polizei, die Warnklingel der Bahn oder das Hupen der Autos ruft eine Erinnerung hervor, selbst der staubige Geruch im Eingangsbereich und Treppenhaus der Apartments ist bekannt. Gleichzeitig signalisieren diese Reize dem Gehirn natuerlich auch, dass es jetzt nicht mehr muede sein will. Schlafen kannst du in Michigan. Und schon beginnt die Rundreise durch die Stadt am Meer - und schnell musste es gehen immerhin blieb nicht mal eine Woche. Vielen Dank dafuer wie immer an den amerikanischen Reinkapitalismus in dem Urlaub genauso gerne gesehen wird wie die Verischerungspflicht.

Endlich mal wieder in einer richtigen Stadt

Da die Bilder vom Freedom Trail sich auch nur wiederholen hier die einzige Neuerung: Diesmal waren wir sogar auf der Old Ironside (USS Constitution), dem aeltesten und noch einsatzbereiten Kriegsschiff.

 Mit bei den Hexen in Salem

 Nathaniel Hawthorne - der nicht nur aus Salem stammt sondern auch darueber geschrieben hat

 Hafen in Salem - einst der wichtigste Handelsumschlagplatz in den USA, wurde dann von Boston und New York abgelöst.

The House of the Seven Gables -  Titelgeber fuer Hawthorne's bekanntestes Buch neben dem "Scarlet Letter"


In Salem liegt auch ein Passagier der Mayflower begraben



Geburtstagsspaziergang nach dem Regen

Am 7. 8. gab es eine Ueberraschung: 

Kleine (Eintritts)Karte statt vieler Worte

 
Die Mehrheit der Besucher hat sich gefreut beim Spiel zu sein 

 Selbst Pooty kann die Yankees nicht leiden und wollte sich persoenlich vergewissern, dass wir auch gewinnen. Und nach nur 4 Stunden und 15 Minuten bleibt folgende Erinnerung:

:)


 Der alte Mann und das Meer - am Singing Beach in Manchester

 
Im Laufe des Nachmittags wurden die Wellen immer groesser, und damit auch mir zu gross, denn genau hier hatte ich mir bei aehnlichen Bedingungen letztes Jahr beim Bodysurfen den Ruecken verstaucht.

 Zurueck am Atlantik



Vorruebergehender Abschied, der zumindest zwei der drei Abgebildeten schwer fiel.


Best,
-k

Sunday, July 24, 2011

Lake Huron

Bei anhaltenden Temperaturen noerdlich von 100 Grad Fahrenheit bleibt einem, wenn schon mal Zeit ist, nicht viel anderes uebrig als weiterhin, auch bei Ozonalarm und Hitzewarnung, zum naechsten Strand zu fahren und nach Erleichterung zu suchen. Da wir die Straende des Lake Michigan nun schon recht gut abgegrast ahben und vom Lake Erie nicht ganz so begeistert waren (kann auch feiertagsbedingt an der Ueberfuellung des Strandes und der erschreckend hohen Anzahl von "white trash" gelegen haben, denen bei Badewetter nichts besseres einfaellt als sich mit ihren Grossfamilien ans bzw. ins Wasser zu setzen und sich mit einer stetigen Dosis Bier (von den Kindern bereitwillig aus der Kuehlbox geholt) bei Laune zu halten und zur Abwechslung im 30-Minuten Takt nicht zur Toilette sondern Baden zu gehen..), blieb der Lake Huron als noch nicht getestete Alternative uebrig. 


Einen Teil der Kueste hatte wir bereits im letzten Herbst abgefahren (Daumen) und dabei festgestellt, dass es so viele Straende am Huron See gar nicht gibt. Der naeheste, vielversprechende State Park war daher auch 3h Fahrt entfernt und lag direkt an der Spitze des Daumens, neben einem kleinen Oertchen namens Port Austin.


Wie sich herausstellte war auch dort das Wasser angenehm aufgewaermt, diesmal nicht nur durch die Badegaeste selbst (von denen waren an dem 3 Meilen langen Strand gar nicht so viele zu sehen) sondern eher durch die Sonne, von der es auch an dem baumlosen Sandstrand kein Entrinnen gab. Auch hier fanden sich einzelne fossile Korallen, wenn es auch einer ausgefeilteren Suchtechnik bedurfte diese bergen.


Kaum ist man 300m vom Parkplatz entfernt, also weiter als der Durchschnittsamerikaner an einem Badetag bereit ist zu laufen, sieht er Strand entsprechend menschenleer und einladend aus.


Nach etwa einem Kilometer geht der State Park naht- und zaunlos in die Gundstuecke und Urlaubshaueser der etwas besser gestellten Mitmenschen ueber und der Spielzeu Boote stehen in Sichtweite der riesigen Sonnenfenster und Fruehstucksterassen auf dem Wasser aufgebahrt. 


Die Sandduenen sind hier nicht so beeindruckend wie am Lake Michigan, erlauben aber trotzdem einen netten Blick ueber die tuerkisblaue Bucht des Lake Huron.

Und damit haben wir zumindest drei der fuenf grossen Seen schon bebadet. Fehlt noch der viel kaeltere Obere See (Superior) in Nordmichigan und der kanadische Ontariosee. Je nach Laune der nun anstehenden Besucher kann es passieren, dass sich die naechsten Bilder daher ein wenig wiederholen und der ein oder andere Strand noch einmal besucht werden muss.

best,
-k

Monday, July 04, 2011

Von Strand zu Strand

Wenn es denn schon einmal sommerlich warm ist und der Ozean tausende Meilen entfernt, bleibt einem leider nichts anderes übrig als auf der Suche nach einem lokalen Ersatz den ganzen Bundesstaat zu durchkreuzen. In den letzten Wochenenden haben wir dadurch dann auch fast alle besuchenswerten Straende probiert. Dazu georten:
Van Buren State Park, Saugatuck, Petoskey, Sleeping Bear Dunes (alle Michigan) und der East Harbor State Park in Marblehead, Ohio.

Und weil es so schoen war noch einmal mit Bildern:
 Van Buren State Park - Blick von der Duene auf die zurueckgefallene Besteigerin und den sehr blauen Lake Michigan.


Mineralfund - auch vom Strand des Van Buren State Parks in der Naehe von South Haven, MI

Saugatuck - Oval Beach: Angeblich einer der schoensten Süßwasser Straende in den USA, auch hier mit Duene, weissem Sand etc. Das ganze Programm.

Auch dieser Strand ist Teil eines Naturparks und damit gut gepflegt und wie man sieht auch nicht voellig ueberlaufen. Nur etwas kuehler war es, besonders im Wind -da blieb nur der Standspaziergang uebrig.

Ein Kurzer Wochenendausflug mit Zelt in den Norden der unteren Halbinsel Michigans eröffnete, wie erhofft, noch eine Reihe weiterer Strand- und Bademoeglichkeiten: Erster Stopp war hier Petoskey, eine kleine Hafen- und Touristenstadt die neben den schon zur Gewohnheit gewordenen Sandstraenden und Duenen auch noch eine Besonderheit bot: Den Petoskey Stein. Dieser angeblich nur in Michigan zu findende Stein ist in Wirklichkeit ein Fossil. Und die findet man hier mit etwas Geduld auch problemlos am Strand, vorzugsweise im Naturpark.

Kleine Karte statt vieler Worte... so in etwa verlief das vergangene Wochenende (25 & 26 Juni)


Kaum im Naturpark angekommen, finde man auch schon ein Fossil ermuedeter Urlauber der bei Ausgrabungen in der Duene zrueckgelassen wurde.

Auch der Ford Saurus Taurus genoss die Spaetnachmittagssonne am Strand an der kleinen Bucht im Lake Michigan. 


Trotz Badebetrieb und Zugaenglichkeit der Duenen scheint die natuerliche Duenenvegetation problemlos zu gedeihen. Zumindest die auf Schilder ausgewiesenen Pflanzen waren am Strand zu finden. 

Abendstimmung in der kleinen Traverse Bucht, hier von Petoskey aus gesehen.

Morgens am Strand des Zeltplatzes. Auch hier finden sich die Petoskey Steine, die etwa 360 Millionen Jahre alt sind. Das es sich bei diesem "Stein" um Fossile handeln muss leuchtet auch Ungelernten auf den ersten Blick ein: Die Oberflaeche und Schattierung des Steins zeigen deutlich Korallenabdruecke, und sehen auf den ersten Blick auch fast wie abgestrorbene Korallenreste aus, besonders im unpolierten Zustand. Da der Lake Michigan allerdings noch immer nicht salzig schmeckt, werden da drin wohl auch keine Korallen gelebt haben. Die kommen angeblich genau wie der Kontinent selbst vom Aequator - und dort war es auch schon vor 350 Millionen Jahren warm genug fuer Korallen. 


Am zweiten Tag erkundeten wir noch Traverse City, eine beliebtes Ferienziel an der groesseren Traverse Bucht. Selbige ist bekannt fuer ihre Kirschen, die hier auch direkt von der Farm an der Strasse verkauft werden. Nord Michigan ist nicht nur landschaftlich um einiges schicker als der langweilig flache Sueden, sondern auch fuer Obst und Gemueseplantagen bekannt.

 
Etwa 45min westlich von Traverse City erstrecken sich die Sleeping Bear Dunes entlang des hier als Nationalpark geschuetzten Lake Michigan. Das Wasser ist heir etwas klarer und die Duenen noch groesser als anderswo. Auch hier kann man problemlos campen, nur Telefonempfang hat man leider kaum.

Strandbewohnerin - angeblich eine Lilie

Kaum zurueck vom Lake Michigan enschlossen wir uns auch dem Erie See (Lake Erie) mal eine Chance zu geben uns mit seinen Straenden zu beeindrucken. Dafuer mussten wir zur Abwechslung mal nur 90min mit dem Auto fahren, und das auch noch gen Sueden und durch die flachen Felder Ohios. Das war zwar zur Abwechslug mal nicht schlecht, trotzedem aber kaum mit dem Lake Michigan zu vergleichen. Die inzwischen sommerlich anschauende Jennifer musste eingestehen, dass einen doch die Kueste am Lake Michigan ganz schoen verwoehnt. 

Da wir damit nun schon in 2 der grossen Seen gebadet haben, bleibt fuer die kommende Woche nur noch der Huronsee (Lake Huron) uebrig. Auch dieser ist nur einen Katzensprung entfernt (d.h. weniger als 2h Fahrt).

best,
-k

Monday, June 13, 2011

Memorial Day & Juni-Wochenenden

Der in den vergangenen Wochen vergeblich auf Updates wartende Leser mag sich schon gewundert haben ob denn wirklich seit dem Ausflug and die Westkueste so gar nichts berichtenswertes passiert sein sollte, in der 1/10 Millionenstadt Ann Arbor tatsaechlich mehrere Wochen ereignislos vorbeigezogen sein sollten? Die subjektiv ehrliche Antwort lautet: Ja.
Verschen wir also mal ein paar Geschichten an den Haaren herbei zu ziehen, vielleicht laesst sich ja  jemand taeuschen. Kommen wir also ohne laenger den hellen Hintergrund mit nichts sagenden Buchstaben zu fuellen, direkt zu den handselektierten Grossereignissen:

Es bleibt festzuhalten, dass 
1) Jennifer nicht mehr bei Vinology im Weinrestaurant arbeitet
2) sondern im Gegenzug nun bei Real Seafoods angefangen hat, mehr Schichten fuer weniger Geld aber dafuer ist das Arbeitsklima besser und es versucht sie keiner aus Angst vor dem uberlegenen Intellekt (noch dazu einer Frau) heraus zu schmeissen, es fuehlt sich auch keiner mehr von ihr bedroht
3) Ich  nun schon seit einem Jahr bei PRIME Research arbeite -wer haette das gedacht
4) Memorial Day einer der wenigen Feiertage ist die einem ein langes Wochenende ermoeglichen

Sonntagsausflug nach Detroit: Tigers - Red Sox 
Natuerlich waren wir nur fuer unser Heimteam (Red Sox) angereist und waren wie sich im Verlauf des Spiels herausstellte gar nicht die einzigen Boston Fans.


Da der Ausgang des Spieles sich fruehzeitig zu unseren Gunsten drehte, bot ich meinem aus Detroit stammenden Arbeitskollegen an doch lieber zu wetten, wer den ersten Homerun schlaegt. 15min  spaeter bekam ich dafuer ein Bier

Kaum hatten wir uns mit selbigem Kollegen zusammengesetzt -da dort Plaetze inzwischen frei geworden waren - wendete sich trotz Jennifers mutiger (und lautstarker) Unterstuetzung das Blatt und die Tigers glichen das Spiel aus. Mit dem Spiel auf der Kippe trat David Ortiz im 9. Inning an die Platte ... 



Und so sah das Ganze von meinem Sitzplatz aus...
Da Jennifer leider an Memorial Day arbeiten musste blieb an diesem Wochende keine Zeit fuer sonstige Ausfluege, aber immerhin ein Red Sox Spiel gesehen -auch wenn selbiges einen daran erinnert, dass wir nach wie vor weder nach Michigan gehoeren noch hier bleiben sollten.


Am folgenden Wochenende nach einer sommerlich heissen Woche, fuhren wir kurzentschlossen in den am Ufer des Lake Michigan gelegenen Van Buren State Park und genossen dort ein wenig die Sonne. Trotz knapp 3h Fahrt ist der Park, und besonders die an einigen Stellen begehbaren Düne am Strand die Reise wert.

Sommerblick

vom Wasser aus gesehen sieht die Düne gar nicht so steil aus, der von mir vorgeschlagene Wettlauf endete für Jennifer allerdings bereits nach 20 Metern. Mir selbst knickte erst nach einem drittel des Weges das Knie weg und somit wurde die Düne mit Pausen und buttrigen Beinen dann doch erklommen.

Der saubere, helle, zuckerige Pulversand macht laesst problemlos jeden Atlantikstrand nackt aussehen, selbst einen leichten Tidenhub kann man erkennen (am nassen Sand) - nur das Wasser ist nicht salzig und so richtig Meerestiere gibt es eben auch keine. Den ein der anderen Michigan Wal spuehlt es schon an, aber die fahren meist gegen Abend wieder nach hause. 






Sunday, May 08, 2011

West Coast Trip - Nevada

Der Zweite Teil des Kurzurlaubs versprach ein wenig straffer organisiert zu sein, immerhin standen einige Pflichtbesuche an, Baeren und Mustangs wollten zu Boden gerungen und gefangen werden, Silber lag in den Mienen zum Ausgraben bereit und zu einem Hochzeitsempfang waren wir auch noch eingeladen...


Da blieb einem nichts uebrig als schleunigst ueber die Grenze in den Wilden Osten zu fluechten, die natuerlich miten in den Bergen liegt. Der Kontrast von Kalifornien zu Nevada koennte kaum deutlicher sein, auf der eine Seite wachsen einem die Mandarinen und Trauben in den Mund, saftig gruene und reichlich beregnete Weiden erfreuen die freigrasenden Rinder in den rollenden Huegeln am Fusse der Sierra Nevada, auf der anderen Seite die schroffen Berggipfel mit ihren immer noch 20m Schnee, der wahrscheinlich auch bis August nicht verschwinden wird, dahinter die schon im Fruehling vertrocknete Praerie, Hochwueste, die hoechste Arbeitslosigkeit in den USA und vom Staat geduldete (also legale) Prostitution und Gluecksspiel; im Gegenzug keine Einkommenssteuer, dafuer aber jede Menge Gefaengnisse. Auch nicht schlecht. 


Und wenn man schon mal in der Praerie ist kann man dort das aus den Western bekannte Tumbleweed ueber die Strasse rollen sehen, bis es im naechsten Zaun haengen bleibt. Im Garten wird das doerre (und dornige) Zeug weniger geduldet, immerhin ist hier alles so trocken das bei einem Praerie- oder Waldbrand alles sofort in Flammen steht, und wenn der Ganze Garten voller Tumbleweed liegt macht sie Feuerwehr erst gar nicht die Muehe und beschuetzt lieber ein Haus bei dem sie noch eine Chance hat. So kommt es dass viele "Gaerten" hier recht leer sind, und da man so wirklich auch nicht waessern darf leben die Planzen auch nicht lang, statt Rasen gibt es Kiesel, den muss man wenigstens nicht maehen. Und wenn sich mal jemda die Muehe macht und einen Baum pflanz, dann geht der auch bald ein, sobald die Wurzeln naemlich auf die hier unterirdisch verlaufenden Alkalieadern stossen, stirbt der Baum dann auch ab. Jennifer's Tante hat auf diese Weise bisher etwa 40 oder so Baeume sprichwoertlich in den Sand gesetzt.


In der aeltesten Siedlung Nevadas, einem von Mormonen gegruendeten Kaff haben wir dann eine Statue entdeckt die einen sehr an den einen oder anderen Extremwintersportler erinnerte. Die Inschrift auf der Tafel verriet dann allerdings dass der hier Abgebildete vor 140 Jahren die Post per Ski und Schneeschuh ueber die Sierras hierher brachte, und das wohl fuer einige Jahre.  Wenig ueberraschend war das Geburtsland des Snowshoe Thompson als Norwegen angegeben.


Selbst auf dem Wanderweg wird die Staatsgrenze vermerkt, die Straeucher im Vordergrund sind im uebrigen Sage Brush - die offizielle Nevada "Blume". 


Grosse Torte statt vieler Worte...wartete nur kurz darauf in der extra gemieteten Suite im Casino/Hotel Carson Valley Inn.


Kleingruppenbild mit Torte, der Rest der mir komplett unbekannten Gaeste hatte sich hier schon zurueck gezogen, und meine Versteckspiel als unbekannter Barmann auf dem eigenen Hochzeitsempfang war zu dieser Zeit leider schon aufgeflogen.


Ostersonntagsspziergang auf kalifornischer Seite unweit der Thermalquellen, die wir beim letzten Besuch nicht nutzen konnten. Ein Bild des nahegelegenen Wasserfalls erschien allerdings besser als der kleine Pool mit dem warmen, gelblichen Wasser. Anderorts als Kinderplanschbecken bekannt wurde einem dafuer hier $7 fuer die Hot Springs abgenommen.



Wenn Jennifer schon mal zu hause ist besteht sie auf einen Besuch des Lake Tahoe, dessen eiskaltes Wasser hier durch kraeftige Winde in pazifikartige Wellen aufgepeitscht wurde.


Die kraeftigen Windboehen machten es zunehmend schwer sich am Boden halten zu koennen


Blick auf Reno aus den dem Lake Tahoe umgebenenden Bergen gegenueberliegenden Huegelkette. Hier gibt es zwar kein Wasser, dafuer aber laut Strassenbeschilderung Mustangs (die sich natuerlich nicht zeigen wollten). Mehr als ein paar verdorrte Wildpferdeaepfel, die sich in Aussehen, Groesse und Konsistenz nicht oder kaum von normalen Pferdeaepfeln unterscheiden lassen,  gab es leider nicht zu sehen. Die Pferde selbst hielten sich versteckt in den Huegeln vor der Geisterstadt.


Virginia City sollte schon aus dem letzten Nevada Blog bekannt sein, der Grund des2. Besuches lag ausschliesslich unter der Erde, im Berg: Die Comstock Ader, deren Entdeckung hier den Gold und Silberrausch hervorbrachte.


Von den Mienen ist hier kaum etwas zu sehen, rostige Geraete, viele Verbotsschilder, Gefahrenhinweise und ein paar fuer Touristen zugaengliche Stollen.
 Nach der Besichtigung der komplett gescheiterten Miene. Die damalige Grossinvestition brachte einen Gesamtetrag von etwa $ 400, keine 300m weiter holte man Millionen aus dem Berg. 


Der Ausgestopfte Kanarienvogel war zu Lebzeiten lebenswichtig. Wenn er aufhoert zu singen ist Schicht im Schacht und man verlaesst fluchtartig den Stollen.


Der Arbeiter im Stollen verdiente $8 am Tag, und gab diese in den 42 Lebensjahren dann auch recht schnell in den 160 Saloons der Stadt wieder aus. 


Gefunden haben wir zwar diesmal nichts, aber beim naechsten Mal bereite ich mich besser vor. 

best
-k