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Saturday, May 23, 2015

Drei Abschlüsse und ein Neuanfang, Boston, MA

Wenn schon etwas passiert, dann kommt meist alles auf einmal. Das Wochenende vom 15. zum 17. Mai lieferte dafür ein Paradebeispiel.

Tuesday, May 26, 2009

Die Weichen sind gestellt

so glaubte ich zumindest, ob des ereignisreichen vergangenen Mittwochs, während dessen kurzen 24h umspannenden Lebens doch so einiges passierte:

- Zum einen bewies Kobe Bryant allen, dass man zur Not auch ganz allein ein Basketballspiel gewinnen kann, wenn es denn sein muss. Damit wies er nicht nur Kritiker in die Schranken und stieß allen LeBron-Verehrern vor den Kopf sondern bereitete die Welt auch auf eine spannende Western Conference Finals Serie vor, die seitdem auch fast nicht enttäuscht hat (Ausnahme war die Klatsche letzte Nacht).
Mit diesem Spiel rückte Kobe dann auch die Sterne in eine für mich (und offenbar mein unmittelbares Umfeld) günstige Konstellation und die nächsten 24h brachten nur Gutes mit sich.

- Zuerst ging es auf große Reise, über den großen Fluss nach Cambridge zu einem kurzen Gespräch mit einem der führenden Politik- und Medienwissenschaftler des Landes, ganz gemütlich auf der Couch mit kenianischem Kaffee in einem der vielen schicken Institutsgebäude in Harvard. Es ist schon erstaunlich wie hilfsbereit Forscher und Wissenschaftler untereinander sind, da bekommt man mal eben ein paar Tipps mit auf den Weg und das alles für lau, (nur der Kaffee war heiß), und angeregt von dieser Erfahrung ist man doch immer wieder aufs Neue motiviert und fühlt sich angesteckt von einer Art kreativer Energie die hier zwischen den Universitätsgebäuden, Campuswiesen, Starbucks und Coffeeshops sowie Bibliotheken und hervorragenden Buchläden zu pulsieren scheint, ständig bestärkt durch den Anblick anderer "Freaks" die offenbar auch nichts besseres vor haben als Ihre Gehirne mit gedrucktem Wissen zu füllen um dann irgendwie und irgendwann mal eine gute Arbeit zu schreiben, die dann hoffentlich der Menschheit oder einem Bruchteil ebendieser (zumindest theoretisch) nutzt.

- Kurz darauf kam Jennifer von Ihrem 2. Interviewtermin bei Legal Seafoods zurück und hatte nun endlich die Zusage für einen Job in der Tasche. In der wirtschaftskrisengeschüttelten Region ist die Zusage selbst für einen Server-Job ein Erfolg, immerhin muss man um diese zu bekommen erstmal an die 20 Bewerbungen abschicken, anrufen, zum Interview erscheinen und Fragebögen ausfüllen. In diesem Fall kam zum Bewerbungsbogen ausfüllen ein Interview beim Manager, daraufhin ein Interview beim 2. Manager und ein Persönlichkeitstest (natürlich multiple choice) und wohl selbst für nicht Kommunikationswissenschaftler recht einfach zu durchschauen. Damit nicht genug, dann am Mittwoch das zweite Vorsprechen, beim 3. Manager und einem mündlichen Persönlichkeits- und Profiltest, um sicher zu gehen dass die neue Bedienung auch wirklich voll und ganz hinter dem Restaurant steht (und nicht etwa hinter der Dissertation) und sich alle Gäste bei ihr wohlfühlen werden, ja müssen. Nun das Ende von Lied ist nun eine uns vor dem finanziellen Ruin rettende Anstellung und die Aussicht auf lebensnotwendige, reichliche Trinkgelder in einem upscale Restaurant mit von der Rezession nur peripher tangierten Kunden. So hofft man zumindest.
Und da ist Jennifer auch in guter Gesellschaft, zu den anderen Neueingestellten gehören Doktoranden, Master Absolventen, und sogar ein Koch der nach über 10 Jahren noch mal ein paar Gäste sehen möchte und nicht nur immer die Küche. Angesichts der hochklassiken Konkurrenz um den vermeintlich simplen Bedienungsjob erfährt die Anstellung noch einiges an Prestige.

- Drittens, gesellte sich zu diesen schwindelerregend positiven Neugkeiten (die ohne Kobe natürlich nie möglich gewesen wären) die Tatsache, dass der seit Saisongebeginn vor sich hin vegetierende Starslugger der Red Sox dann doch seinen ersten Saisonhomerun gen Himmel schoß, die gesamte Stadt spürbar entlastet durchatmen konnte und nun alle auf eine Rückkehr zu Normalproduktion hofft und bangt.

- Um dem ganzen ein i-Tüpfelchen aufzusetzen schlugen die Magic dann noch die Cavs im ersten Conference Finale im Osten, eine Art letzter Ausläufer der von Kobe erzwungenen 24h Glück im Leben des Protagonisten.

Seit dem hat Jennifer nun offiziell ihr Training (für eine Woche) im Legal Seafoods begonnen und wird vorraussichtlich schon Ende der Woche als Bedienung Trinkgelder kassieren dürfen (gerade rechtzeitig zur Graduation in Harvard und MIT, wenn die stolzen Eltern und Großeltern mit ihren nun in akademisches Gewand gekleideten Snob-kids in die Restaurants strömen und ordentlich das Portemonnaie aufreisen). Das Wetter war größtenteils gut und erlaubte auch passend zum Memorial Day ein kleines BBQ mit Tom und Diane in unserem kleinen Vorgarten, der nun Dank heroischer Umgrabearbeiten des Autoren auch tatsächlich so etwas ähnliches wie lockeren Mutterboden vorweist und damit hoffentlich bald viele dicke Tomaten und Paprikaschoten produziert.

Nun ist es schon Dienstag vormittag, Zeit mal etwas produktiv zu werden und zumindest ein Outline für die MA-Arbeit aufs Papier zu hämmern. Denn nun, da die Weichen gestellt sind, muss der Zug auch mal abfahren!

best
-k

-Und allen Geburtstagskindern alles Gute!

BU Beach
Zuhause im Urlaub...Im Urlaub zuhause
Gärtner
Neuer Nachbar
schon wieder die Skyline

:)

Am Strand, Carson Beach, Dorchester Bay
Carson Beach II
Einsiedler

Happy Memorial Day (BBQ)

Saturday, May 16, 2009

Jorge und Jesus und Jose (Disclaimer:Satire)

oder wie auch immer sie heißen mögen pfeifen noch immer meiner Freundin hinterher. Und das geht ihr auf die Nerven. Noch schlimmer ist es wenn sie in ihren Ghettokarren langsam neben ihr her rollen um sie zu mustern oder gar anhalten um dann mit aufheulendem Motor von dannen zu preschen. So geht es einer jungen Frau, die sich im Latinoviertel klar als Minderheit verstehen muss und die meisten Kommentare auch gar nicht versteht. Doch nicht nur die Mittel- und Südamerikaner verfolgen sie in meiner Abwesenheit und versuchen auf rechte plumpe Art ihre Aufmerksamkeit zu gewinnen, letztends hat sogar der alte zottige Penner unter ihren Regenschirm geschaut, obwohl er sich dafür bücken musste. (Meine Begründung hierfür war, dass er ob ihrer Körpergröße vielleicht dachte der Schirm ging ganz von alleine die Straße hinab, da man wohl mit so kleinen Leuten hier nicht rechnet).
Darüber hinaus haben Jorge, Jesus und Jose und ihre meist dicken und billig geschminkten Muttis (die laut einem nun aus dem Radio verbannten Kritiker den USA nichts außer Geschlechtskrankheiten und Damenbärten gebracht haben) noch die unausstehliche Angewohnheit in diesem schönen Land der unbegrenzten Möglichkeiten genauso vor sich hin zu gammeln wie in der Dritten Welt aus der sie illegal über den Rio Grande hierher geschwommen sind. Weder Recycling noch Hundekotaufheben sind den bestimmt zum großen Teil illegalen hierher gekommenen ein Begriff. Stattdessen hängen sie halbnackt in ihren muffigen Buden rum und starren meiner Freundin auf den Arsch wenn sie zur Arbeit geht. Und dann sind sie noch enttäuscht wenn ebendiese ihnen trotz des bestimmt ernst gemeinten "ay mami" nur einen bösen Blick und ein kaltes Schweigen zukommen lässt.
Das alles wäre ja noch zu ertragen, wenn die Tortillaboys nicht auch noch seit mindestens 6 Wochen ununterbrochen das gleiche verdammte Lied hören würden, jenen jammerigen Stumpfsinn von dem bei uns im Schlafzimmer nur noch der Bass ankommt, dafür aber regelmäßig von früh bis spät. Und außer Haus hat man immer das Glück von einem der Ghettoboys überholt zu werden, aus dessen offenen (oder kaputten) Fenstern und völlig zerschroteten Lautsprechern dann noch einmal das gleiche Gedöhns zu hören ist. Für eine Kostprobe einfach hier klicken und im player rechts oben den Song que tengo que hacer anwählen.
Damit nicht genug, wenn die Verrückten dann schon mal den Sender wechseln ist dies die scheinbar einzige Alternative: Wer nicht genug bekommen kann einfach nach mariachi suchen auf youtube, viel Spaß.
Und wenn mal einmal einen ganzen Tag hier in der Nachbarschaft verbracht hat und sich dann abends zur Besinnung an den Grill setzen will, kommt tatsächlich noch so ein kleiner Dicker mit Oberlippenbärtchen mit seinem Truck vorbei und bläst die letzten Stücke seines Autoradios zum Fenster hinaus und mir auf den Teller. Da wünscht man dann trotz allen guten Willens manchmal, dass dies alles nur ein Film sei, ein Clint Eastwood Film am besten, und meine 45er auch brav in meinem Schoß liegt, geduldig darauf wartend, dass hombre kurz anhält und Jennifer ein "ay mami" zupfeift. Na komm schon...

Neben der harmlosen Alltäglichkeiten gibts natürlich auch gute Neuigkeiten:
-Zum Beispiel dass ich nächste Woche nahc Harvard gehe um einen der bedeutendsten Politikwissenschaftler der Neuzeit ein paar Fragen zu meiner Magisterarbeit stellen darf.
-Und dass der Boston Globe noch immer nicht tot ist, leider aber jetzt $ 1 pro Ausgabe kostet.
-Und darüber hinaus scheint die Sonne, meistens zumindest.
-Und dass tatsächlich auch "weiße" in East Boston leben (die trifft man beim Mexikaner zum Frühstück)
-Und dass man am Strand in Revere joggen gehen kann, fast ganz alleine am Vormittag!
-Und alle (außer mir wie es scheint) Feiern ganz ausgelassen ihren Schulabschluss zu dem Eltern und Großeltern angereist sind um bei der großen Zeremonie dabei zu sein, ein paar Gläser Schampus zu kippen und ein letztes Mal der Uni Geld in den Rachen werfen, für das Essen hier außerhalb des Festveranstaltung. Der Anblick der festlich gekleideten Abgänger, von denen die meisten wohl 3 Jahre jünger sind als ich hat mich schon etwas gekränkt, genug um vom Campus zu flüchten und mich zu den Enten an den Fluss zu setzen (zum Lesen), den so einen Aufwand wird es wohl für mich in Dresden nicht geben, nicht nur hätte die Uni kein Geld für Festlichkeiten die sich über eine Woche ziehen, es fehlt dort auch zweifellos an jenem Zaubermittel, dass dem ganzen bunten Großkapitalistenspiel in der Zwingburg der Reichenbildung hier tatsächlich eine Seele einhaucht: School Spirit. Ich konnte es nicht über mich bringen Fotos zu machen von den ganzen erwachsenen Kindern und den weißen Stehtischen auf der Wiese (BU Beach) neben dem riesigen Festzelt, aber ich bin mir sicher die Uni stellt welche online, für alle Interessierten. Hier gehts zur website.

Bilder hab ich auch welche gemacht, vom Frühling und so. Für alle die weder lesen könen noch wollen und ohne Bilder auch kein Feedback mehr hinterlassen.


Entenküken im Charles River
Frühling am Charles River (Jogging und Fahradweg)
Frühling in East Boston
Frühling an der BU

Erste vorsichtige "Garten" Bereinigungsversuche. Resultat war eine sehr dankbare Vermieterin, kostenlose Internetnutzung, kostenlose Grill- und Sitzeckennutzung und ein Sack Grillkohle. Hmmm...vielleicht sollte ich mal fragen ob ich auch die Treppe streichen darf und den Baum verschneiden?
Der nun bereinigte Garten und Müllplatz
Grillen als Belohnung mit unserem ersten Hausgast, Diane

So viel Fleisch für mich :)

Sunday, May 10, 2009

Recital - Sunday, May 3 2009

Ausschnitt aus dem Recital Programm, Qualität und technische Mängel sind angesichts der Kamera (Cybershot) und des fehlenden Equipments (Stativ, Licht, Mic) zu entschuldigen.



Jennifer und Klarinettenmann




Jennifer und Gitarrenmann

best,
-k

Monday, November 24, 2008

Barack in Harlem

nicht etwa Shakespeare (wie bei Langston Hughes) oder gar Rap Musik oder Gospel Gesänge. Nein, Barack's Stimme hallt klar und deutlich durch die Straßen Harlems, zum tausendsten Mal stellt er soeben seinen Vize-Präsidenten vor und verspricht den zu Tränen gerührten Hoffnungsträgern die ersehnten Veränderungen. Unermüdlich spielen die CDs der Straßenverkäufer des Viertels und verkündet der Auserkohrene die frohe Botschaft den zelebrierenden Massen .Gleich daneben Anstecker, Bilder, Kalender, Poster, Jacken, Mützen, Caps, T-Shirts. Harlem feiert die Tradition seiner größten Persönlichkeiten, aus dem umjubelten Gespann aus Malcolm X und Martin Luther King ist nun ein Trio geworden. The Land of the Great verkündet ein T-Shirt, darunter die Abbilder der Symbole schwarzen Selbstbewusstseins: Malcom, Martin, Barack. Fast einen Monat nach der Wahl ist die Begeisterung noch immer nicht abgeklungen und man kann es auf der Straße spüren.
Der Beginn der Revolution, der Bürgerrechtsbewegung liegt nun schon fast 90 Jahre zurück, und ist nur viel schwieriger auffindbar. Die Harlem Renaissance ist fast spurlos verschwunden, in einigen Archiven und Bibliotheken, dem Stadtmuseum findet der Suchende vielleicht Informationen. Aber aus den Buchläden der Stadt ist die Renaissance fast verschwunden, leider. Heutzutage ist die Begeisterung größer für Basketballspieler (wie Barack) als für Literaten, die Läden tragen Namen wie "Dr Jay's", Theater sind nach Magic Johnson benannt.
Selbiger war auf Tour sein eigenes Buch zu signieren, hat wohl aber von meinem Kommen nichts gewusst und ließ daher die Chance, mich zu treffen, ungenutzt und verschwand bevor ich den Laden betreten konnte zurüch nach Manhattan um am Madison Square Garden Autogramme zu geben. Schade eigentlich.
Weiterhin Schade war, dass die frühzeitige Dämmerung und die Scheißkälte meinen Erkundungstrip durch Harlem ordentlich abkürzten und die zwei mich begleitenden Damen sowieso lieber in Manhattan unterwegs sein wollten. Manhattan, grelle Kulturhölle der Reichen und >Ärmsten, überteuerter Jazzclubs, Getränkekarten ohne Preisauskünfte (der feine Kunde fragt nicht), Lobster Ravioli für nicht-hungrige (gemessen an Prtionsgröße) und entäuschter Blicke von Kellnern die einem selbst noch den Parmesan auf den Teller streuen wollen, das Publikum ist es wohl nicht anders gewohnt. Massen von Taxis wälzen sich durch deine Straßen, hupen und dröhnen vor sich hin, in Mäntel gekleidete Menschenherden quälen sich durch die windigen Häuserschluchten, geblendet von der Reklame, den Bildschirmen des Konsums, den frierenden Penner unter einem Gerüst in Zeitung und Schlafsäcke gehüllt schlafend, ignorierend. Manhattan, Symbol der Neuen Welt oder für mich -ihres Scheiterns. Von allen die noch nicht das Glück hatten dagewesen zu sein, angehimmelt und in glänzenden Bildern vorgestellt, als etwas großartiges ersponnen, bist du doch nur eine Stadt wie jede andere, nur größer, lauter, teurer, kälter, bunter und schmutziger. Die Stadt ist hart zu den Menschen, nach zwei Tagen ist man müde, die Sinne überreizt, der Geldbeutel leer, die Speicherkarte der Kamera voll mit schlewchten Bildern, verwackelten Nachtaufnahmen, Wolkenkratzern die nur zur Hälfte im Bild sind, Fremden die einem vor die Linse rennen etc. Was bleibt ist die Erfahrung, wiedermal. Und die schon langsam schaal klingenden Ermahnungen an einen selbst. "Beim nächsten mal machst du's anders. Bessere Planung, striktes Sparen."
Zurück geht's ins wohl vertraute, kleine Boston mit seiner Überschaubarkeit, dem kalkulierbaren Leben. Kontrolle, Sicherheit. Wissen woran man ist. All dies Vermisst Karen, die von Boston zurück nach New York zog, ihr fehlt diese Gewissheit nach dem harten Wochenende wieder in die Normalität entlassen werden zu können. Für sie ist das Chaos Alltag und irgendwann gewöhnt man sich wohl auch daran.


Blick aus dem Fenster der Bibliothek über den Charles und die überschaubare Skyline, eigentlich ganz inspirierend, denn man kann sich einreden das ganze zwanghafte Lesen wird irgendwann mal zu einem Job führen, villeicht ja irgendwo da im Hintergrund, nahe der kleinen goldenen Kuppel, dem Statehouse -wo eben die ganzen Geldverdiener sitzen...

Bis dahin sieht mein Büro erstmal so aus...weniger inspirierend.

Wiedersehen mit Jeronimo, Willkommen in Boston, Yoko.

Alltag in der Großstadthölle, die niemals schläft, sie kennt keine Nacht und keinen Feierabend.


Mein bester Freund der Ampelmann, und Kelly in einem kleinen Straßencafe um 22 Uhr. Der tagehelle Hintergrund stammt von den gleißenden Reklamebildschirmen am Times Square.

Blick auf Up- und Midtown Manhatten von New Jersey aus

Empire State und Midtown Manhattan, die Färbung des Bildes spieglt die Kälte am Sonntagmorgen wieder -oder den New York City Blues der mir jedesmal die Stimmung verdirbt.
Bis zum nächsten Mal, New York, ich bin noch nicht fertig mit dir.

Peace
K

Tuesday, March 25, 2008

Unwichtiges


passiert von nun an wieder jeden Tag, der Traum ist schon wieder ausgeträumt und die Kälte hat mich wieder in ihrem Griff, und das auch sprichwörtlich. Nach den warmen Tagen in LA und San Francisco war bereits das kalte Boston ein Schock, dort waren jedoch wenigstens die Leute noch nett. Nun breitet sich die kälte auch zwischenmenschlich wieder aus, der rauhe Osten schlug wieder zu.
Noch nicht richtig gelandet kotzen mich der Service der Bahn und die Servicewüste des Neustädter Bahnhofs stellvertretend für alle anderen Vollpfosten schon wieder so an das alle warmen Frühlingsgefühle ach schon wieder erfroren sind. Ja klar sind die Menschen in Deutschland nicht so oberflächlich und geben sich keine Mühe nett zu sein wenn sie nicht wollen, aber verflucht noch mal könnt ihr mir nihct wenigstens ein wenig Freundlichkeit vorheucheln? Nur ein wenig damit der Übergang nicht so schwer wird? Ich nehms euch sowieso nicht ab, keine Sorge, aber so etwas gespielte Höflichkeit und ein falsches Lächeln könnten die Sache doch so viel einfacher machen! Heißt das ich muss mir von jetzt an auch wieder keine Mühe geben und kann jedem den ich nicht mag das auch ganz ehrlich sagen? Alles klar, kann los gehen.
Außerdem, weils so schön hierein passt:

-Boston University hat ihre studiengebüren um 4,5% erhöht und verlang damit effektiv über $ 50,000 pro Kopf pro Jahr. Ohne mich, soviel ist eure Ausbildng nicht wert, da geh ich lieber an ne bessere Schule, mit schöneren Gebäuden, höherer Lehrqualität etc. Harvard is dagegen ein Schnäppchen! Und was bringt eigentlich die Viertelmillionen Ausbildung den auf ewig verschuldeten? Ich kenne genug die mit ihrem BU Bachelor gerademal kellnern oder Donuts kaufen für Leute in den richtigen Positionen. Die Nichtverschuldeten (Kinder aus reichem Elternhaus) machen sich sowieso keine sorgen, Papi lässt euch schon in der Firma arbeiten...

-Es schneit wiedermal und trotzdem war ich nun effektiv den 2. Winter in Folge nicht mehr Skifahren, hätte nie geglaubt das es einmal soweit kommt, eine Schande is das.

- Ich habe keine Lust in Dresden zu studieren, obwohl hier alles umsonst ist. Genausoviel wert ist es auch, bzw Spaß macht es.

Einziger Lichtstreif am Horizont: Bald bin ich fertig, mein letztes Semester bricht demnächst an; ausserdem beginnen die NBA Playoffs in Kürze, die Red Sox haben den Saisonbeginn nach 10 Innings und mit einem schwachen Dice-K in Tokio gewonnen (sind damit nur noch 161 Spiele vom Playoff-Beginn entfernt) und Obama's Rede zur Rassenproblematik heute ist zumindest von Boston Globe und dem Wall Street Journal positiv aufgenommen worden.
Ausserdem bringt mich Jennifers deutsch zum Lachen, ihre Wörter des Monats sind Erdbeben, Kaffeebohne, Pferdestall, Erdbeere. Diese und weitere in allen denkbaren Kombinationen, teilweise auch gesungen.

Lesetipps: failed states von Chomsky, grapes of wrath (früchte des zorns) von steinbeck, big sur von kerouac, howl von ginsberg. und den globe, jeden tag -schön wärs!

Tuesday, February 26, 2008

neuer anlauf, neues glück

Nach dem etwas aprupten vorläufigen Ende des Blogs nun der Versuch einer Wiederbelebung. Da selbst Leute deren Leben noch uneventvoller (auch: abwechslungsloser) verläuft als das meinige noch immer ihre geistigen Umnachtungen im Netz auszuleben scheinen, (hoesi's blog) steht eigentlich weiteren Veröffentlichngen unter meinem Namen auch nichts entgegen.

Von jetzt an gibt es also wieder Neues, wenn auch weniger privat und etwas was mehr am Weltgeschehen interessiert.

Nach fast halbjähriger Abstinenz von allem was Spaß macht und einem zwar saubereren, sichereren und gesünderen Leben (ist das dan noch eins?) auf Sparflamme bot Barclaycard an vorübergehend eine Reise zurück in die heimliche Welthauptstadt des Vereinssports (asugenommen Hockey) zu finanzieren. Nachdem nach der World Series auch fast der Super Bowl ohne mich gefeiert wurden, war es Zeit für einen Besuch bei den in Boston verbliebenen Freunden und dabei ganz besonders bei der doch sonst ganz einsamen Jennifer.
Völlig unterfinanziert und schlecht geplant lief eigentlich alles darauf hinaus entweder völlig vor den Bug oder doch irgendwie gut zu gehen.
Nun, bisher ist letzeres eingetreten, ersteres kommt aber bestimmt noch zum Zuge.
Nachdem ich Antrittsbesuche bei Taco Bell und U Burger ohne Zwischenfälle Überstanden hatte, ja sogar problemlos vom Niveau deutschen Bieres über Sam Adams zu Brubaker und schließlich zu PBR abgestiegen bin (letzeres hat dann doch leichte Kopfschmerzen und starken Furzdrang erzeugt), kam nun heute endlich die erste Magenverstimmung. Hatte ursprünglich darauf wetten wollen, dass Jennifers vegetarisch geprägte Kost mich in Windeseile entweder ausdünnt wie den Suppenkasper oder mir ihre Liebe zum Chillie die Därme verfeuert, aber nun hat mich doch die Kost auf dem Campus auf die Bibliothekstoilette getrieben.
Aus lauter arbeitseifer sitz ich den größeren Teil des Tages hier und bin stark damit ebschäftigt nur nicht zu arbeiten. Meine letzte Belegarbeit hab ich mental überwunden und innerlich für abgeschlossen erklärt, die Arbeit an der Euforia Website bisher immer auf morgen vertagt und nun auch sonst mach ich nicht viel. Da bleibt viel Zeit den Boston Globe zu lesen und Stück für Stück den kontakt zu Bekannten wieder her zu stellen.
Folgendes ist passiert:
Chris arbeitet noch immer bei Big City Moving, wohnt aber jetzt näher am Ghetto in Jamaica Plains; Tyler ist noch an der BU trinkt aber noch mehr als früher und sah letztens recht mitgenommen aus. Karen und Tom sind auch noch da, erstere wohl aber nicht mehr lange. Meine Lieblings-Frühstücksrestaurants gibt es zwar noch, ich war aber aus Spargründen noch nicht da. Überhaupt habe ich mich bisher ausergewöhnlich ruhig verhalten! Carolina, Katie und Carolyn wohnen nun in LA, die werde ich also erst dort sehen.
Der kombiationsfreudige Leserw ird an der Stelle merken, dass in Trip an die Westküste unausweichlich scheint. Und er (der eine) hat Recht:
Am 6. März gehts nach San Francisco, von dort nach Nevada an den Lake Tahoe und nach Reno. Dort besuchen wir dann die Hot-Springs, die Skiresorts und den ein oder anderen Nationalpark sowie ein paar Casinos, bevor es dann am 10. weiter geht nach L.A. Wenn alles gut geht sehen wir dann dort wie Kobe die Lakers mit 81 Punkten zum Sieg gegen die Raptors schießt und treffen ausserdem wer auch immer mich gern sehen möchte. Je nach Kasse und Wetter sind Trips an diverse Strände, vielleicht sogar bis San Diego und Mexico geplant, aber das wird sich zeigen. Zum Abschluss schauen wir uns auch San Francisco an, wohnen dort in einem sehr originellen Überbleibsel aus der Flower Power Ära, dem Red Victorian mitten im Hippie-Bezirk. Die Besitzerin des Ladens heißt treffend Sami Sunchild und unser Zimmer "Sommer of Love." Da werde ich wohl mal anfangen ein paar schöne CDs zu brennen, meine Jeans aufzureißen und Jennifer Blumen ins Haar zu flechten. Könnte es kaum erwarten, wenn es nicht gleichzeitig das Ende des Westcoast Trips wäre und danach nur noch St Paddy's Day in Boston als Rausschmeißer wartet, bevor ich mich wiedermal aus dem Leben verabschieden muss und in die Bibliothek einziehe, um für die Abschlussprüfungen in Fächern zu lernen, die sich entweder selbst zu wichtig nehmen und unterm Strich unbedeutend sind oder einfach jegliche Herausforderung verloren haben da sie von Möchtegern-Leherern übervölkert werden, denen ich (irgendwann) meine Kinder auch dann nicht anvertrauen werde wenn sie mich dafür bezahlen könnten.
Für alle am Weltgeschehen interessierten, der nächste Präsident der Vereinigten Staaten trägt zwar den Mittelnamen Hussein, diskutiert aber heute trotzdem nochmal mit Hillary über Dinge die in Deutschland niemand nachvollziehen kann, um dann morgen vielleicht schon einen entscheidenden Vorsprung im Rennen um die eigentliche Kandidatur gegen einen 71-Jährigen Republikaner, dem man vor ein paar Jahren selbst George Bush noch vorgezogen hat, zu gewinnen. Und ich wette, wenn man heute fragte, wills keiner gewesen sein.
Wie dem auch sei, in Boston verschleudert man weiterhin Milliarden im Big Dig, die Sicherheitsstufe auf Flughäfen im Land ist nun seit nunmehr 566 Tagen "orange" (und keiner weiß warum) aber die TSA investiert lieber in einen Internetauftritt anstatt dem Kontrollirrsinn ein Ende zu bereiten und irgendwer fand heraus, dass von den 342,000 Verkehrsschildern in Boston die meisten die Parkbestimmungen regeln, und dies offenbar so furchtbar unübersichtlich, dass weder Anwohner noch Polizei noch wissen, wo man überhaupt parken darf ohne sein Auto von dannen geschleppt zu bekommen. Auch die Polizei in Boston ist noch immer recht unfreundlich und stand audgrund ihres harten (und dummen!) Vorgehens gegen friedliche Demonstranten im Blickpunkt. Unter anderem wurde ein einzelner, mit Galgenschlingen gegen die Politik einer Großbank demonstrierender Mann nur 6 Minuten nach Beginn seiner Protestaktion verhaftet. Er trug ein Schild "Galgenschlingen zu verkaufen" und wurde daher wegen Betrieb eines nichtlizensierten Geschäfts belastet, seine "Güter" beschlagnahmt. Ähnlich erging es 2004 einem einzelnen Studenten, der vor einer Armee Rekrutierungsanstalt mit Tuch über dem Kopf und Drähten an den Fingern, auf einem Stuhl stehend gegen die Abu Garib Folterungen demonstrieren wollte, ihn holte ein Bombenalarm Einsatzkomando vom Stuhl... Offenbar hatte Howard Zinn recht, wenn er sagte, dass zu Kriegszeiten die vom 1. Amendment zugesicherte Redefreiheit nicht mehr existiert.
Zum Abschluss der Wetterbericht: Nach den Schneefällen der vergangenen Tage war es heute nass und matschig, soll aber bald wieder richtig kalt werden, mit Temperaturen deutlich unter 30 Grad Fahrenheit. Hoffnungen auf einen Ausflug in die verschneiten Berge keimen also wieder auf!

Monday, March 12, 2007

Trivial ist die Welt des einsamen Denkers

zumindest schien dies für Thomas Mann der Fall gewsen zu sein, dessen Buch ich letztens, von langer Weile und der Unmöglichkeit mein Bett zu verlassen, getrieben doch glatt zum ersten mal in meine fiebrige Hand nahm um wieder einmal darin zu lesen.
Doch der Reihe nach.
Am Freitag begann der verheißungsvollste, großartigste und wahrscheinlich teuerste Abschnitt eines jeden College Jahres, der einzige wahre Grund überhaupt zu studieren. SPRING BREAK.
Was in Deutschland nach Wintermärchen klingt ist hier brutale Realität und Grund für Abertausende von Studenten ihrer Eltern letzten Cent hemmungslos in der Karibik zu versaufen um dann erholt den Rest des Semesters bestreiten zu können.
Ob Florida, Texas, Cancun, Bahamas, Puerto Rico oder Papis Privatinsel, alles ist möglich wenn du dafür bezahlen kannst bzw. Kontakte (d.h. Bekannte mit Ferienhaus in der Gegend) hast. Auch mich hat das Reisefieber erwischt, daher schreibe ich diesen Post auch vom Dach unseres 5 Sternehotels in Key West, Florida.

Naja, nicht ganz, etwas fiebrig ist mir zwar zu Mute, und das schon seit Freitag aber verreist bin ich entgegen aller Hoffnungen und Prophezeihungen nicht. Komm mir wie ein Idiot vor. Alle Welt scheint zu verreisen und ich sitze hier im semi-kalten Boston, dass soeben wieder einen Frühlingsbeginn vortäuscht um alle noch hier verbliebenen College Schlampen wieder in die Miniröcke springen zu lassen. Flip Flops werden schon seit Wochen wieder getragen. Der Schnee ist auch an den meisten Stellen getaut.
Mein Nichtverreisen hat mehrere Gründe.

1) ich bin nicht reich

2) ich hab keine Zeit
a) weil ich Uni Sachen nachholen muss
b) weil ich ein Praktikum suchen muss

3) niemand kann mit mir verreisen
a) weil Angel arbeiten muss und sparen sollte
b) weil Devlin etc arbeiten müssen
c) weil Jen auch arbeitet + kein Geld hat für Strand
d) weil Carolina hier bleibt
e) Katie u Tyler in Minnesota sind (???)
f) die anderen Internationalen alle reich sind und in Florida :-(


Daher habe ich zumindest vorübergehend meine Pläne begraben, nicht tief jedoch, bereit sie jederzeit wieder auszubuddeln.
Sobald ich also wieder soweit gesund bin, dass ich das Haus für mehr als 2h verlassen kann ohne dann völlig erschöpft und mit Kopfschmerzen den Rest des Tages schlafen zu müssen werd ich mich mal an die Aufarbeitung meines vernachlässigte-Arbeiten Haufens machen. Ausserdem ist am Samstag st. patricks day und da geht hier auch die Post ab. Mindestens.
Und bis dahin versuche ich mich mit einkaufen zu trösten.
Stufe eins war gestern, da habe ich endlich neue Schuhe gekauft denn die alten sind dem inflationären Salzeinsatz zum Opfer gefallen. Siehe Bilder.

best,
k

Hackröllchen mit Kartoffeln und Salat... hmmm 'real food'
RIP, der Boston Winter hat euch den Gar aus gemacht, besonders das Salz -man beachte das in die Sohle gefressene Loch...

Neue Schuhe, neues Glück. Nicht viel aber ein Anfang.

Saturday, February 10, 2007

Glück gehabt (Update)

haben wir mal wieder. Und ganz besonders ich.
Nachdem ich meinen Montas T-Pass für die Straßenbahn/U-bahn und den Bus am 2. Februar geholt hatte, konnte ich endlich wieder Bahn fahren und musste mir nichtmehr den Hintern abfrieren in der Kälte. Einen Tag später hab ich das Scheißding dann verloren und bin daraufhin wieder eine Woche frierend und fluchend zu Fuß unterwegs gewesen.
Nun finde ich doch tatsächlich vorgestern einen ebensolchen T-Pass im Treppenhaus des Colleges und hatte damit richtig Schwein. Hab nicht vor jetzt mein Handeln von irgendeiner ethischen Seite her zu verteidigen oder zu begründen, trotzdem fand ich das schon ganz cool und auch moralisch unbedenklich -wenn man davon ausgeht, dass ich ja durch Pech meinen eigenen Pass verloren hatte. Die Strafe folgte jedoch auf dem Fuß, denn ich hatte meine Schlüssel in der Wohung vergessen und konnte dann zuhause nicht rein und hätte vor der Tür frieren müssen. Mein Guthaben auf dem Telefon war wiedermal verbraucht da konnte ich Jen auch nicht anrufen, musste also zurück Richtung Uni um mein Telefon wieder zu aktivieren. 100 Dollarund ein paar Minuten später ruf ich Jen an, die war auf Arbeit und meint sie kommt erst in 1,5h heim. Aus Verlegenheit und weil es kalt war geh ich also in die Bar um mich aufzuwärmen. Dort bin ich dann auch noch beschissen worden und hab mal locker 15 Dollar für ein Chilli Essen und 2 Bier bezahlt. Nun ja, aber es war ja mein Glückstag, also sehen wir drüber hinweg.

Am gleichen abend geh ich dann gegen 2400 zu Bett um zwei Minuten später von einem Klopfen an der Haustür wieder aufgerüttelt zu werden. Da stehen 2 mir völlig unbekannte Mieter vor der Tür, beides Studenten, und erklären es käme Wasser von oben und tropft von der Decke. Wir wohnen im 3. Stock, die Kids im 1. Und die Asiaten im 2. Stock meinten bei Ihnen käme auch Wasser von der Decke. Ist bei uns alles okay? Ich sag ja, denk schon, dann öffne ich die Badtür und finde Connor kniend, halbnackt vor dem Klo, scheinbar weggetreten. Das Waschbecken, welches mal wieder nicht abfließt ist voll Wasser, der Wasserhahn auf und das überlaufende Wasser hat sich zu einer Pfütze auf dem Boden versammelt um von da aus unaufgefordert unsere Nachbarn zu belästigen. Sehr peinlich. Ich wecke Connor, er weiß von nicht, meint nur er hat nichts gemacht und ich entschuldige uns bei den Nachbarn, verspreche alles zu beheben. Dann versuchen ich (und ein sichtlich beschämter Mitbewohner) die Pfütze mit Zeitungspapier aufzusaugen und das Bad trocken zu legen. Dies gelingt und ich geh nocheinmal nach unten um nach dem rechten zu sehen, empfehle dem Landlord Bescheid zu geben falls Schäden aufgetreten sind und ihn zu fragen was zu tun ist.

Flashback/Vorgeschichte: Vor über einer Woche begannen in unserem Bad die Fliesen von der Wand zu fallen, inzwischen waren es wohl 5 oder 6 und Jen hat wiederholt dem Landlord Bescheid gegeben doch bitte die Sache in Ordnung zu bringen. Der verspricht sofort zu handeln weil ja sonst evtl Wasser ins Mauerwerk (oder den Hohlraum hinter den Fliesen) eindringt und es zu gammeln anfängt. Getan hat sich natürlich trotz wiederholter Anrufe nix. Es blieb beim Versprechen alles sofort zu beheben.

Nun klingelt am Tag nach Connors kleinem Tauchgang vorm Klobecken doch früh kurz vor 9 mein Telefon und ein besorgter Dick Slade (Landlord) kündigt seinen Besuch an um sofort alles zu reparieren. Der gebildete (oder erfahrene) Leser mag nun die Fäden selbst zusammen knüpfen.
Scheint so als hätte der Gute Landlord da Handlungsbedarf gesehen zu haben da er wohl dachte der Wassereinbruch in den Apartments unter uns wäre sein Verschulden da er die Fließen nicht repariert hat. Ich hab dazu mal nichts gesagt.


Apropos Wasser:
Der Charles River ist nun zugefrohren. Da man uns unter Androhung lebensbedrohlicher Konsequenzen damals bei der Einführungswoche eindrucksvoll davon abgeraten hat auf dem gefrorenen Fluß spazieren zu gehen (Es sind da schon Studenten eingebrochen... furchtbar... gefährlich...bla bla) haben Mariangel und ich heute die Gelegenheit genutzt darauf umher zu spazieren. Natürlich nur am Rand also denkt gar nicht erst dran mich zu ermahnen wie gefährlich ich lebe...

Und noch'ne Geschichte:
Passiert gestern Abend. Hatte nach langer Zeit wieder mal meinen Kumpel aus Paris getroffen und wir hatten uns zu ner Tasse Kaffee nach dr Bibliothek verabrdt. Leider sind wir dann auf dem Weg nach unten in dem alten, überaus abenteuerlichen Fahrstuhl stecken geblieben. Es war für uns beide das erste mal und da die Tür einen Spalt offen war und auch sofort jemand dem Bibliothekspersonal Bescheid gegeben hat, waren wir weder klaustrophobisch noch sonst irgendwie nervös. Als nach 10 Minuten netten Plauderns und Rumwitzelns dann die Feuerwehr mit 5 Mann und zwei riesigen Einsatzagen auftauchte und mit Äxten, Helmen und Brechstangen bewaffnet den Fahrstuhl wahrscheinlich völlig demoliert hätten, beschloss dieser nachzugeben und uns frei zu lassen. Es war für uns beide das erste Mal, daher mussten wir es natürlich dokumentieren. Haben uns dann geschämt als wir herausgebeten wurden und wegen uns 2 Pfeifen 2 Einsatzwagen und eine Polizeistreife auflaufen mussten. Die müssen aber auch imer übertreiben in diesem Land.
Man denke nur an vorletzte Woche als halb Boston durch einen vermeintlichen Bombenalarm lahmgelegt wurde und die halbe U-Bahn und Teile des Charles River geschlossen wurden nur weil irgendeine PR Firma ein paar komisch aussehende Werbeartikel an 38 Stellen in der Stadt platziert hat die irgendjemand fälschlicherweise für Bomben hielt und daraufhin einen Großalarm auslöste. Schaden über eine Millionen Dollar, zwei Marketing Leute im Knast und ganz Amerika hatte eine Woche lang was zu lachen....

Gefährlich
Kalt
Gefangen
Befreit

best,
k

Ansonsten alles wie immer nur noch viel mehr Hausaufgaben bis nächste Woche. Ugh.

Friday, January 26, 2007

Beim ersten Mal tat’s noch weh…

Ist wahrscheinlich die sinnfreieste Überschrift die mir bisher eingefallen ist für einen Blog -sie passt aber ganz gut zu allem was hier zum ersten Mal passiert.
1) Die erste Eviction meines Lebens steht bevor und ich bin zumindest formal Teil der selbigen und dies auch noch unverschuldet. Der Terminus „jointly and severally“ war mir schon damals bei der Mietsvertragsunterzeichnung ein Dorn im Auge, nun ist er ein Messer im Rücken, bedeutet er doch dass alle Mieter für einander verantwortlich sind, sprich füreinander aufkommen müssen. Das kann ich aber nicht und auch sonst niemand. Wenn meine werten Mitbewohner also nicht bis Anfang Februar ihre Schulden getilgt haben oder neue Mitbewohner für mich gefunden haben stehe auch ich vor dem Rauswurf. Mir steht zwar eine neue Wohnung in Aussicht nur wäre diese 100 Dollar teurer und irgendwie hab ich so überhaupt keine Lust jetzt noch mal umzusatteln. Offenbar scheinen aber alle damit zu rechnen hier verbleiben zu können, denn seit gestern haben wir ein neues Internet Paket, natürlich von einem neuen Anbieter, denn dem alten schulden wir noch 180 Dollar. Wie es nun weitergeht weiß ich nicht wirklich, nehme an alles geht gut wenn es mich auch ankotzt dass Jen davon spricht schon eher wieder nach Texas zurück zu gehen. Ausserdem haben Connor und ich uns angeschrien als er den Versuch unternahm mit mir zu reden. Er hat mich wohl im falschen Moment erwischt und da er’s immer noch nicht begriffen hat in meinen Augen hätte er sich seine im Grunde ganz solide Argumentation auch in den Hintern schieben können. Für mich ist die Sache abgeschlossen.
2) Was viel wichtiger ist, die New England Patriots haben erstmals in einem Conference Championship Game die Segel streichen müssen und damit die gesamte Stadt zumindest kurzfristig in tiefe Trauer gestürzt. Ich nehme zwar an dass die Flagge noch immer auf Halbmast weht um des verstorbenen Ex-Präsidenten zu gedenken; doch hier in Boston wäre das Aus für New England in den Playoffs ein ebenso würdiger Anlass. Immherin haben wir zur Halbzeit noch 21:6 geführt, dann jedoch nahm das Unheil oder vielmehr Peyton Manning seinen Lauf und zermürbte die Patriots zugegebenermaßen verdient in einem unglaublich spannenden und unterhaltenden Football Spiel letztendlich mit 38:34. Das ganze wurde begleitet von billigem Bier, Maltliquor, Dollar Burgers, kostenlosen Popcorn und Chicken Wings und war daher in der familiären Atmosphäre von Our House doch noch erträglich.
Im übrigen muss ich zugeben, dass ich es den Colts wirklich gönne im Superbowl zu stehen, die Zeit war einfach reif.
3) Desweiteren drehen wir, das sind Alyssa, Allison und ich, soeben an unserer ersten Dokumentation. Neue Gruppe, neues Glück –und neues Fehlerpotential. Denn wie sich herausstellte habe ich zwar in der Organisation unseres Interviewtermins mit den Movers & Shakers ganze Arbeit geleistet, und auch zweifelsohne nicht nur ein tolles Thema und wunderbare Charaktere für den Film gefunden und auch sonst alle Fäden gezogen, leider aber in der Hitze des Gefechts bei einem der Interviews die Kamera nicht angeschalten gehabt. Ausserdem sind unsere Tonaufnahmen wahrscheinlich nicht die besten und bedürfen gründlicher Überarbeitung. Was solls, dann dauert es eben noch länger, wird etwas komplizierter und wenn gar nichts hilft bekommen wir immerhin noch gute Konzertmitschnitte nächste Woche und dürften dennoch und gerade deswegen eine gute Arbeit hinlegen.
Ansonsten ist nicht viel passiert, leichter Schneefall, letzten Freitag Party bei Jeronimo (bei der ich mir einfach viel zu alt vorkam unter den ganzen 18 jährigen, ist einfach nicht mein Pflaster), Spiele-Abend bei Carolina mit Katie und Tyler letzten Samstag (auch ein erstes Mal für mich aber gänzlich schmerzlos), Montags dann mein Journalismuskurs über Investigativen Journalismus (phänomenal) und leichter Schneefall am Anfang der Woche und die Celtics verlieren das 9. Spiel in Folge, derweilen adressiert Bush die Nation und erzählt altes und neues in seinem drolligen Dialekt. Hab ganz vergessen die Auswertung der Rede zu lesen…ups.
Nun wird es Zeit mal was produktives zu tun bevor ich ins Training muss, immerhin sind die besten Hausaufgaben immer noch die die man schon erledigt hat.
Am Wochenende werd ich dann versuchen die Prämiere meiner Feuerzangenbowle zu begehen und das Highlight nächste Woche wird das Lakers-Celtics Game im Garden.

Best,
k
und natürlich wieder Bilder...

Spieleabend bei Carolina und Luis

Mit Katie, Tyler
Mariangel

Die neue Prouction Group für die Movers and Shakers Doku im Espresso RoyaleMatt Price beim Proben
Mike Vera produziert die erste Platte der noch jungen Band...

Friday, January 19, 2007

Die Welt mit neuen Augen sehen

Nachdem am vergangenen Wochenende die Patriots mit einem dramatischen Sieg in San Diego in das AFC Championship Spiel gegen die Colts eingezogen waren, wurde dann das eigentlich Highlight der Woche kurz darauf in einem kleinen DHL Paket direkt aus New York bis vor meine Haustür geliefert.
Nein, kein Findelkind lag vor der Tür, es handelt sich vielmehr um mein Weihnachtsgeschenk, das doch eigentlich schon mein Geburtstagsgeschenk sein sollte.
Sieben geballte Megapixel sowie einen 2,5 Zoll Bildschirm und ein feines Carl Zeiss Objektiv hat der gute Sonny (Insider wissen wer das ist) da zusammen geschweißt und gepresst um sie dann samt Mini-Stativ, Kameratasche und Reinigungsset unter die Leute bringen zu lassen.
Dieses ungeheuerliche Wunderwerk der Technik verblüfft nicht nur durch seinen gewaltigen Energiebedarf, dem wohl nur eine zentnerschwere Batterie auf Dauer gerecht werden würde (dies umgeht Sonny mit der Miniaturausgabe dieses Exemplars, die dann etwa 45 Minuten hält), sondern auch durch sein anspruchsvoll flaches Design in sexy schwarz.
In diesem Sinne frohe Weihnachten für mich und danke den Spendern; als Gegenleistung dürfen ich, ihr, ach was sag ich, schlechthin ALLE die Welt (oder zumindest meine Welt) mit neuen Augen und in völlig neuen Farben sehen.
Oder auch nicht, denn mein monatelang erfolgreiches Piratendasein im Internet, und somit die Veröffentlichungsgrundlage dieser Blogs, wurde nun zu einem abrupten Ende gebracht. Mit „linksys“ hat nun auch das letzte von mir schamlos ausgenutzte Netzwerk anderer, zahlender, Internetteilnehmer die Schotten nicht nur dicht gemacht, sondern selbige auch noch mit einem Passwort versehen damit nun keiner mehr heimlich mit durch die Weiten des Internets segelt.
Nun müsste sich meine bankrotte und seit heute erneut vom Rauswurf bedrohte WG mal dazu durchringen, unsere Schulden bei Comcast zu bezahlen damit die uns dann wieder mit Cable TV und Internet versorgen. Da ich jedoch heut von unserem Landlord, dem Höllenhund, erfahren habe dass mein nichtsnutziger Mitbewohner aus dem muffigen Zimmer immer noch Schulden hat und auf Anrufe etc des Vermieters nicht reagiert, stehen wir sonderbarer Weise nun wieder alle vor dem Rauswurf. Natürlich hab ich mein Unverständnis für eine solche Maßnahme sofort zum Ausdruck gebracht, doch Landlord und Vermieter müssen die Sache wohl noch besprechen und wir werden sehen.
Nicht dass ich dieses kalte Loch (hier ist Winter!) allzu sehr vermissen würde, schließlich gibt es besseres als im dicken Pullover zu schlafen und mit einem Elektrolüfter das Zimmer zwischen den aeusserst seltenen, dafuer aber kurzen und intensiven Heizphasen der Zentralheizung auf lebenserhaltenden Temperaturen zu halte; doch nun wo das Semester einmal angefangen hat, hab ich weder Zeit noch Lust etwas Neues zu suchen.
Da sind wir auch schon beim Semester, welches ohne auf mich zu warten bereits am Dienstag begann, -da hab ich keine Veranstaltung. Im Moment hab ich auch nur insgesamt drei Kurse, diese sind aber sehr arbeitsaufwändig. Wahrscheinlich etwas zu selbstsicher hab ich in allen drei Kernbereichen beschlossen weiterführende Kurse meiner bisherigen Veranstaltungen zu besuchen, dies jedoch ungeachtet der Tatsache, dass jeweils alle anderen in den jeweiligen Kursen ein deutlich größeres Vorwissen als ich besitzen, da sie ja mindestens ein Semester hauptsächlich Journalismus, Kommunikationsforschung oder Film und TV belegt haben; ich hingegen alles gleichzeitig womit ich nun in den weiterführenden Kursen nicht unbedingt auf entsprechende Vorkenntnisse in dem Umfang zurück greifen kann. Soll heißen, es scheint zumindest theoretisch genauso anzufangen wie immer: Ich glaube dass ich mich übernommen habe, und dabei fehlt mir ja auch noch ein vierter Kurs, denn wenn schon, dann auch richtig. Nicht das mich einer falsch versteht, vier Kurse sind ja numerisch nicht viel aber der entsprechende Arbeitsaufwand außerhalb des Klassenzimmers… und das nach der viel zu kurzen Pause macht mich schon etwas gespannt.
Nun noch zu der Rubrik was mir außer dem Überblick noch fehlt, im Moment:
- Essen, aber glücklicherweise ist ja morgen wieder Markttag
- Bücher im Wert von OJE-OJE
- ein externes Speichermedium zum Editieren (noch teurer)
- ein Softwareprogramm zum Schreiben von Filmskripten (jap, noch teurer aber evtl illegal beschaffbar)
- ein sauberes Bettlaken denn Jen hat über mein frisch gewaschenes leider ihren Glühwein verschüttet
- ein Monatsticket für die Bahn, das gibt’s erst ab Februar, daher muss ich immer laufen
- einige meiner Bekannten die nicht mehr in Boston sind
- die Motivation noch mehr zu schreiben

Charles River im Wintergewand
BU Central

Die kleine Chapel auf dem Campus
College of Communication mit der grossen Antenne auf dem Dach


Blick nach Osten, links das grosse Citgo Zeichen direkt ueber dem Buchladen, im Hintergrund das Prudenntial Center mit Restaurant im paar-und-sechzigsten Stockwerk
Green Line und BU Central

Marty's Liquors an Harvard Avenue, Ecke Com Ave
11 Gorham Street, meine Fenster sind im 3. Stock links vorne in dem kleinen Vorbau...sieht nur von aussen solide aus

In diesem Sinne
Best,
k

Thursday, December 14, 2006

Schlaflos in Boston



Es gibt dieser Tage viele Gründe schlaflos zu sein, einige besser als andere. Einige wirklich dumm, andere unausweichlich.
Habe wahrscheinlich über die letzte Woche etwa 5h im Schnitt geschlafen. Damit bin ich aber gerademal Durchschnitt, nichts besonderes. Nicht zu schlafen ist hier so normal dass ich eigentlich nicht mal drüber schreiben sollte (aber irgendwas muss ich ja erzählen).
Nachdem ich Samstag und Sonntag jeweils etwa gegen 1 oder 2 zu Bett bin (und das teilweise recht verstört aus verschiedensten Gründen) um dann gegen 8 wieder auf zu stehen, war Montag dann der absolute Kracher was Stress angeht und ich war doch dem Chaos nahe. Dienstag waren ja mein Howard Zinn Paper und der Research Report abzugeben, für letzteren hab ich die Verantwortung übernommen weil meine Teammitglieder nicht wirklich den Durchblick hatten. Leider hab ich erst im Verlauf der Nacht meine Interviews für das Zinn Paper per Email bekommen und so zögerte sich dann der ganze Spaß bis gegen 3:30 heraus. Da ich immer im Internet war, konnte ich beobachten wie auf der anderen Seite der Welt einer nach dem anderen aufstand, erst Erik in Russland, dann Hoesi und was weiß ich wer noch. Hatte zu diesem Zeitpunkt bereits einen halben Liter Kaffe (Frühstück) und 3 Red Bull getrunken, und diese wirkten sich dann etwas komisch auf mein Nervensystem aus und nachdem mir schwindlig wurde musste ich dann ins Bett gehen. 4 Stunden später bin ich dann auch wieder aufgestanden, zur Uni getorkelt, hab einen weiteren Kaffe getrunken und dann mein Zinn Paper 5 Minuten vor Deadline fertig gestellt. Das war knapp, der Research Report war da schon etwas großzügiger geplant und doch tatsächlich 1h vor Abgabetermin bereits fertig. Zur Belohnung durfte ich dann Dienstag Abend endlich wieder in den Schneideraum für unser letztes Filmprojekt, bin zwar diesmal nicht Editor aber meine Teammitglieder waren am Ende. Carolina hatte 2 Tage in Folge überhaupt nicht geschlafen, Katie konnte immerhin mit 5h, 6h und 2h aufwarten, die Chinesinnen sind zu vorsichtig um sich zu beklagen sahen aber nach 8h im Schneidraum auch nicht mehr ganz frisch aus und ich schätze mal, dass die auch nicht geschlafen haben. Da ich also der munterste war durfte ich schneiden. Mittwoch sollte der Film fertig sein um 1800 im Filmvorführraum gezeigt zu werden. Nach mehreren Pannen und 10h schneiden am Mittwoch hatten wir das Ding dann kurz vor Nervenzusammenbruch auch 1759 tatsächlich fertig und konnten ihn abgeben. Leider ist er an einigen Stellen etwas stümperhaft geschnitten aber dafür kann wahrscheinlich niemand was. Langsam machte sich dann auch der fehlende Schlaf bemerkbar -und den Vorabend aus Protest gegen den Stress mit Brian, Jeronimo und Jen im Pub verbracht zu haben stellte sich auch als keine gute Idee heraus auf längere Sicht. Gegen 20h bin ich dann Mittwoch zuhause angekommen und nach einen kurzen komatösen Nickerchen hab ich mich dann entgegen JEGLICHER Vernunft auch noch breitschlagen lassen zu April’s Party zu gehen. Heute wachte ich dann gegen 11Uhr morgens auf und war müder als jemals zuvor. Da ich aber noch ein paar Projekte für die Computer Class zu erledigen hatte ging es schnurstracks ans College, Kaffe und Obstsalat konnten mich am Leben halten doch meine Augen musste ich hinter einer Sonnenbrille verstecken.
Nun müsste ich eigentlich für meinen Test am morgen früh lernen aber irgendwie hab ich keine Lust mehr. Ausserdem bin ich schlau und die Tests sind nicht besonders schwer.
Brian hat mal mit einem Professor gesprochen und der soll gesagt haben dass man an einer amerikanischen Uni eigentlich gar nicht durchfallen kann, wenn man nur zum Unterricht kommt reicht es schon irgendwie, jeder Idiot kriegt einen Abschluss und die werden auch noch immer besser. Laut einer Studie werden an vielen Unis heute prozentual mehr As und Bs vergeben als früher, so auch hier an der BU. Sind wir wirklich alle schlauer als die letzte Generation? Ja bestimmt, ich seh ja jeden Tag was für Leuchten hier so rumlaufen. Du kannst bis drei zählen, alles klar, hier ist dein Diplom. Nur in Russland ist es noch schlimmer, das behauptet zumindest mein Kontakt in Moskau und der muss es ja wissen.
Um meiner Jammerei jetzt wenigstens noch einen Rahmen zu geben und auf meinen Einstieg zurück zu kommen: Schlaflos sind viele, nicht nur wegen der Uni.
Jen schläft in Boston nicht wirklich gut, das liegt teilweise an ihrer Arbeit die sie meist von 9pm bis 3am durch die Bars ziehen lässt um Daten für Camel zu sammeln damit die dann all den Ahnungslosen Werbung und Merchandise schicken können.
Auch kann sie noch immer nicht mit Geld umgehen, darüber spricht sie jedoch nicht und so erfuhr ich von unseren Mietschulden auch erst als mich der Landlord anrief und mit Eviction drohte. So geschehen gestern aber inzwischen scheint alles geklärt. Ich weiß noch imemr nicht genau was los war, nur schienen sowohl Dummbolzen Connor als Jen ordentlich in Verzug gewesen sein. Eigentlich käme mir die Eviction ganz gelegen, müsste dann wenigstens nicht mehr in diesem Dreckloch wohnen und könnte evtl die Wohnung der Iren übernehmen wenn die nach hause fliegen. Wie ich die Geldsauger hier so kenne, schätze ich aber mal, dass in diesem Fall das Security Deposit und die Extra Monatsmiete verfallen und ich einen Haufen Geld verliere mit dem ich doch eigentlich vorsichtig umgehen wollte.
So grübelt Jen darüber nach woher sie Geld auftreiben kann und vergisst darüber den Schlaf, ich stelle fest dass ich am Dienstag schon nach hause muss und grübel wieder mal wie meine großen Ideen, die Uni und die unausweichlichen Farewell Parties unter einen Hut passen. Ausserdem verschwende ich einen Haufen Zeit damit, Glühwein zu suchen, den gibt’s hier nirgends. War jetzt in allen zu Fuß erreichbaren Liquor Stores –nix. Nada. Kalifornischen Wein mit schoko Aroma wollten die mir andrehen, 20 Dollar die Flasche…
Wenigstens gibt es hier keinen Ladenschluss so dass ich noch eine schlaflose Nacht zum Weihachts Shopping nutzen kann. Au JA!
Best,
k
ps: sobald ich in Deutschland ankomme will ich endlich Glühwein trinken, gleich auf dem Flughafen am besten.


Jen und der gescheiterte Versuch ein 'kuli-face' nachzuahmen
sehr müde mit Josh und Matt
schon wieder
beim filmen in der Waschküche