oder wie auch immer sie heißen mögen pfeifen noch immer meiner Freundin hinterher. Und das geht ihr auf die Nerven. Noch schlimmer ist es wenn sie in ihren Ghettokarren langsam neben ihr her rollen um sie zu mustern oder gar anhalten um dann mit aufheulendem Motor von dannen zu preschen. So geht es einer jungen Frau, die sich im
Latinoviertel klar als Minderheit verstehen muss und die meisten Kommentare auch gar nicht versteht. Doch nicht nur die
Mittel- und Südamerikaner verfolgen sie in meiner Abwesenheit und versuchen auf rechte plumpe Art ihre Aufmerksamkeit zu gewinnen,
letztends hat sogar der alte
zottige Penner unter ihren Regenschirm geschaut, obwohl er sich dafür bücken musste. (Meine Begründung hierfür war, dass er ob ihrer Körpergröße vielleicht dachte der Schirm ging ganz von alleine die Straße hinab, da man wohl mit so kleinen Leuten hier nicht rechnet).
Darüber hinaus haben
Jorge, Jesus und
Jose und ihre meist dicken und billig geschminkten
Muttis (die laut einem nun aus dem Radio verbannten Kritiker den USA nichts
außer Geschlechtskrankheiten und Damenbärten gebracht haben) noch die
unausstehliche Angewohnheit in diesem schönen Land der unbegrenzten Möglichkeiten genauso vor sich hin zu
gammeln wie in der Dritten Welt aus der sie illegal über den Rio
Grande hierher geschwommen sind. Weder Recycling noch Hundekotaufheben sind den bestimmt zum großen Teil illegalen hierher gekommenen ein Begriff. Stattdessen hängen sie halbnackt in ihren muffigen Buden
rum und starren meiner Freundin auf den Arsch wenn sie zur Arbeit geht. Und dann sind sie noch enttäuscht wenn ebendiese ihnen trotz des bestimmt ernst gemeinten "
ay mami" nur einen bösen Blick und ein kaltes Schweigen zukommen lässt.
Das alles wäre ja noch zu ertragen, wenn die
Tortillaboys nicht auch noch seit mindestens 6 Wochen ununterbrochen das gleiche verdammte Lied hören würden, jenen
jammerigen Stumpfsinn von dem bei uns im Schlafzimmer nur noch der Bass ankommt, dafür aber regelmäßig von früh bis spät. Und
außer Haus hat man immer das Glück von einem der Ghettoboys überholt zu werden, aus dessen offenen (oder kaputten) Fenstern und völlig
zerschroteten Lautsprechern dann noch einmal das gleiche
Gedöhns zu hören ist. Für eine Kostprobe einfach
hier klicken und im player rechts oben den Song que tengo que hacer anwählen.
Damit nicht genug, wenn die Verrückten
dann schon mal den Sender wechseln ist dies die scheinbar
einzige Alternative: Wer nicht genug bekommen kann einfach nach
mariachi suchen auf
youtube, viel Spaß.
Und wenn mal einmal einen ganzen Tag hier in der Nachbarschaft verbracht hat und sich dann abends zur Besinnung an den
Grill setzen will, kommt tatsächlich noch so ein kleiner Dicker mit
Oberlippenbärtchen mit seinem
Truck vorbei und bläst die letzten Stücke seines Autoradios zum Fenster hinaus und mir auf den Teller. Da wünscht man dann trotz allen guten Willens manchmal, dass dies alles nur ein Film sei, ein
Clint Eastwood Film am besten, und meine 45er auch brav in meinem
Schoß liegt, geduldig darauf wartend, dass
hombre kurz anhält und
Jennifer ein "
ay mami"
zupfeift.
Na komm schon...
Neben der harmlosen Alltäglichkeiten
gibts natürlich auch gute Neuigkeiten:
-Zum Beispiel dass ich nächste Woche
nahc Harvard gehe um einen der
bedeutendsten Politikwissenschaftler der Neuzeit ein paar Fragen zu meiner Magisterarbeit stellen darf.
-Und dass der Boston
Globe noch immer nicht tot ist, leider aber jetzt $ 1 pro Ausgabe kostet.
-Und darüber hinaus scheint die Sonne, meistens zumindest.
-Und dass tatsächlich auch "weiße" in
East Boston leben (die trifft man beim Mexikaner zum Frühstück)
-Und dass man am Strand in
Revere joggen gehen kann, fast ganz alleine am
Vormittag!
-Und alle (
außer mir wie es scheint) Feiern ganz ausgelassen ihren Schulabschluss zu dem Eltern und Großeltern angereist sind um bei der großen Zeremonie dabei zu sein, ein paar
Gläser Schampus zu kippen und ein letztes Mal der Uni Geld in den Rachen werfen, für das Essen hier
außerhalb des Festveranstaltung. Der Anblick der festlich gekleideten
Abgänger, von denen die meisten wohl 3 Jahre jünger sind als ich hat mich schon etwas gekränkt, genug um vom Campus zu flüchten und mich zu den Enten an den Fluss zu setzen (zum Lesen), den so einen Aufwand wird es wohl für mich in Dresden nicht geben, nicht nur hätte die Uni kein Geld für Festlichkeiten die sich über eine Woche ziehen, es fehlt dort auch zweifellos an jenem Zaubermittel, dass dem ganzen bunten
Großkapitalistenspiel in der
Zwingburg der Reichenbildung hier tatsächlich eine Seele einhaucht:
School Spirit. Ich konnte es nicht über mich bringen Fotos zu machen von den ganzen erwachsenen Kindern und den weißen
Stehtischen auf der Wiese (
BU Beach) neben dem riesigen Festzelt, aber ich bin mir sicher die Uni stellt welche online, für alle Interessierten.
Hier gehts zur website.
Bilder hab ich auch welche gemacht, vom Frühling und so. Für alle die weder lesen
könen noch wollen und ohne Bilder auch kein Feedback mehr hinterlassen.

Entenküken im Charles
River

Frühling am Charles
River (
Jogging und
Fahradweg)

Frühling in
East Boston

Frühling an der
BU

Erste vorsichtige "Garten"
Bereinigungsversuche. Resultat war eine sehr dankbare
Vermieterin, kostenlose Internetnutzung, kostenlose
Grill- und Sitzeckennutzung und ein Sack
Grillkohle.
Hmmm...vielleicht sollte ich mal fragen ob ich auch die Treppe streichen darf und den Baum verschneiden?

Der nun bereinigte Garten und Müllplatz

Grillen als Belohnung mit unserem ersten Hausgast,
Diane

So viel Fleisch für mich :)