Monday, September 11, 2006

 
 
 
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Nur so für zwischendurch, oben zwei Bilder vom berühmten Baseball Stadion "Fenway Park" und darunter vom heutigen Ausflug nach Cambridge. Die Statue zeigt den Namensgeber von Harvard, darüber die kleine Kirche auf dem Campus von Harvard. Irgendwas zieht mich hierher, verspüre das starke Bedürfnis mich da zu Bewerben und mit den ganzen reichen und/oder begabten zu studieren...

Saturday, September 09, 2006

Die Abgründe

So, nachdem nun der gestrige Freitag höhepunktslos zu verstreichen drohte und so ganz ohne Uni auch fast langweilig wurde blieb mir doch wenigstens genug Zeit über ein paar Dinge nachzudenken. Anlässe gibts immer welche, manchmal und besonders dann, wenn man sie am wenigsten braucht.
Ich hoffe Ihr habt bis jetzt ab und an mal über die Geschichten lachen können die hier so stehen, deswegen hab ich sie auch geschrieben. Leider kann man aber nicht den ganzen Tag nur lachend am Computer sitzen und manchmal liest man Dinge die man nicht lesen will. Hoffe ich verschrecke jetzt keinen Leser, humorlose Blogs wie dieser sollten die Ausnahme bleiben, keine Sorge.
Die eingeweihten wissen was Sache ist, und auch wenn ichs euch vielleicht nicht gesagt hab, ich danke euch für eure Bemühungen mich vom Boden aufzukratzen wenn ich wieder mal überfahren wurde. Tut mir auch leid dass ichs euch so schwer gemacht habe indem ich einfach auf der Straße stehengeblieben bin und mich noch ein paar mal umhauen zu lassen. Hab wohl nicht damit gerechnet dass der Lastwagen nochmal zurück kommt. Und nochmal. Und nochmal um sicher zu gehen... Wie dem auch sei, ihr wisst wer ihr seid und ich weiß es auch, darauf könnt ihr euch verlassen.
Um dem ganzen noch eins drauf zu setzen -nicht das es nötig gewesen wäre bin- ich gestern dann noch bei der kostenlosen Student Reception im Hyatt Hotel gewesen. Freier Eintritt für Kommunikationswissenschaftler und einen Gast. Meine Begleitung hat mich leider sitzen lassen weil sie meine Mail nicht rechtzeitig gekriegt hatte mit der ich sie einladen wollte. Die ganze Verranstaltung hat bestimmt ne Menge Geld gekostet, trotzdem war das Essen schlecht und ausser den Klischees wurde nicht viel bedient. Stehparty mit zu wenigen Tischen, Essen in Häppchen auf einer Tafel zum mitnehmen und mit den Fingern essen. Alles sehr amerikanisch, zwei Freigetränke gabs auch noch dazu. Brechreiz und Magenkrämpfe hatten mich den ganzen Tag nicht viel essen lassen also haben der Wodka Martini und der Manhattan die gleiche Wirkung gehabt wie zwei Limo für die College Kids. Nachdem ich mit 40min Verspätung mit Anke bei der Party aufgekreuzt war, hatte die Musik binnen einer Stunde unerträgliche Lautstärke angenommen, die ersten Schabracken hatten die Tanzfläche gesürmt (2100 Ortszeit) und die hässlichsten durften mit aufblasbaren Delfinen tanzen. Sind dann schleunigst verschwunden und haben noch ein bisschen Live-Comedy an der Uni geschaut bis mich dann der Hunger irgendwann zu zwei weiteren doppelten Cheeseburgern trieb, die mir erwartungsgemäß appetitlos im Halse stecken blieben. Hab nur einen essen können, das ist schon erbärmlich. Zu hause war mein chaoten-Mitbewohner Connor dann gerade damit fertig für seinen Abend vorzuladen. Genauso wie seine verrückten Freunde, die sich dann mit reichlich Bier in Richtung Boston aufmachten. Zurück kamen sie wohl gegen 5, hatte da grade 2 stunden geschlafen und hab mir den Lärm dann stillschweigend angehört. Heut früh entsprechend die Sauerei hier in der Bude und zwei halbtote Kinder in unserem Wohnzimmer.
Aber was solls, das ist im Moment mein geringstes Problem.
Ihr dürft heut ausnahmsweise mal auf comments verzichten, denn es gibt nichts was man dazu zu sagen braucht. An dieser Stelle auch ein Gruß an alle Geisterleser(innen) die es damit heute leicht haben und keine Entschuldigung brauchen. Von einigen werden wir uns aber sicher verabschieden können. Wird auch fast keinen stören, denn es wusste ja niemand von eurer Gegenwart.

Friday, September 08, 2006

Von Uni und Knast...

Guten Morgen ihr daheimgebliebenen!
Zwei Tage hat es gedauert bis endlich wieder etwas passiert ist. Eigentlich sind sogar mehrere Dinge passiert, doch der Reihe nach.
Leider hat sich in den letzten Tagen bestätigt, dass die Anforderungen an der Uni tatsächlich höher sind als an der Highschool und man bekommt neben Hausaufgaben auch noch furchtbar umfangreiche und kompliziert klingende Projekte. Mein Stundenplan sieht jetzt wie folgt aus: Dienstag: 1030-1200 Newswriting and Reporting, ein Grundlagenfach für Journalismus; danach Communication Research von 1400-1530, hier bearbeiten wir zahreiche Forschungsprojekte. Am Mittwoch hab ich Video Production, von 1100-1400 und bekomme dort gezeigt, wie man Videos editiert, dreht, bearbeitet. Dazu müssen insgesamt 5 Drehprojekte durchgeführt werden Donnsertag hab ich den gleichen Stundenplan wie Dienstag, nur dass von 1800-2100 noch ein Computerkurs ansteht. Auch dieser scheint sehr arbeitsintensiv zu sein. Da ich, im Gegensatz zu einigen meiner Mitstundenten nicht einfach mal so mehrere hundert Dollar in Textbücher investieren kann und will, muss ich meine Sachen im Internet bestellen. Das dauert natürlich etwas länger und so muss ich die ersten Pflichttexte in der Bibliothek lesen. Problem dabei: Es gibt hier ganz viele Bibliotheken. Für den gestrigen Kurs wollte ich, naja, sagen wir musste ich, ein paar Kapitel eines Buches lesen. Also schau ich im Internet ob es in der Unibibliothek steht, fahr dann dorthin, geh zum Regalstandort und merke, dass es nicht da ist. Gut, muss ich wenigstens nicht in dieser muffigen Bibliothek sitzen. Die SLUB ist ein Traum dagegen. Hier waren die Tische noch aus dem 19. Jh. und die kleinen Studienkabinen, die man bei uns mieten kann, hatten verblüffende Ähnlichkeit mit Drahtkäfigen in die man Studierende einsperrt. Ich bin sicherheitshalber dann zur Ingfo und frag nach dem Buch, es ist asgeliehen aber steht in der Öffentlichen Bibliothek in Boston. Gut, fahr ich also mit der U-Bahn dort hin und nachdem mich ein (schwarzer), etwa 50-jähriger Portier auf mein Nachfragen hin in der Bibliothek begrüßt und eingewiesen hatte (Es mag ein Stereotyp sein, aber manche, man verzeih mir, Schwarzen haben die Angewohnheit einem alles grimassenreich, wildgestikulierend und idiotensicher nicht nur zu erklären, sondern annähernd vorzuspielen. Dachte immer diese (unfreiwilligen) Komiker gibt es nur im Fernsehen). Ich hab dann auch dort das Buch nicht finden können. Es steht in einer gesonderten Sammlung, da muss ich mich erst anmelden und am Ausgabeschalter ein bestellung aufgeben. Gut, geh ich also zum Schalter, bestell das Buch. Dann werd ich nach meiner Bibliothekskartennummer gefragt. Hab ich keine. Also muss ich ein Formular ausfüllen, bekomme meine Bibliothekskarte und einen mienenartigen Buzzer in die Hand, mit dem man mich im Gebäude aufrufen kann, sobald das Buch da ist. Das ganze erinnerte stark an den "Antrag zur Erstellung eines Antragsformulars", doch schlussendlich wurde ich nach 10min angebuzzed und konnte mein Buch holen. Die Lektüre des selbigen stellte sich als fruchtlos dar, denn der Wissensgewinnn war nicht der größte. Mit anderen Worten, ich kannte das alles schon, hab ich schon 3-7 Mal gehört. Klasse, 3h meines Lebens verschwendet und hungrig war ich auch. Der 20 minütige Rückweg in der überfüllten Bahn, eigequetscht zwischen wild knutschenden Paaren und anderen Gestalten war auch kein Vergnügen. Als ich dann leicht angenervt aus der Bahn stieg und im Liquor Store nach 10 Minuten Wartezeit hinter einem Idioten, der unbedingt alles in Münzen (5 und 10 Cent Stücken) bezahlen musste, auch noch gesagt bekam dass weder mein Ausweis noch Führerschein offizielle Dokumente sind, und ich ohne meinen Reisepass kein Bier kaufen kann, war der Bogen dann doch fast überspannt und ich musste mich sehr zurückhalten den Kassierer nicht zu beschimpfen.
Der gestrige Tag verlief etwas freundlicher, wenn auch kopfschmerzreich, da ich ja insgesamt 3 Veranstaltungen zu besuchen hatte. Abends hatten die Iren dann ein Gruppentreffen in der Kneipe gleich um die Ecke angesetzt. Wie erwartet gab es auch da wieder Probleme. Das erste war, dass einige der Internationalen noch keine 21 sind und daher nicht reingelassen wurden. Das zweite war, dass wenn man die Bar verlässt, um zum Beispiel rauchen zu gehen (denn das ist in der Kneipe per Gesetz verboten), man keine Garantie hat auch wieder herein zu kommen. Es darf nämlich nur eine bestimmte Anzahl an Leuten in eine Bar, der Türsteher hat einen Zähler in der Hand und wenn, während man draußen steht, jemand anderes in die Kneipe reingeht und der Türsteher beschließt, dass sie jetzt voll ist, ist der Abend gelaufen. Bis auf diese kleinen Abstriche war der Abend aber echt gelungen, selbst unser Austauschkoordinator taucht auf, samt Ehefrau. Da ich mit Jennifer dort war, kam auch noch ihre Chefin bei deren Party wie letzte Woche waren und deren Freund, mein persönlicher Held. Diesmal ohne Reggie Miller Trikot. Wie es sich für Ihren gehört, trinken diese mehr und länger als die andern, und so waren wir bald unter uns. Die meisten anderen mussten ja mit der Bahn zurück und sind daher bereits kurz nach 2400 gegangen. Als wir dann etwa eine Stunde später auch aufbrachen, muss einer der offensichtlich doch angetrunkenen Iren es für eine großartige Idee gehalten haben auf die Motorhaube eines geparkten BMW zu springen und dann auf dessen Dach zu kriechen. Ich hab diese Szene nicht gesehen, auch nicht wie er dann vom einem Polizisten (dem das Auto blöderweise gehörte) auf den Boden geworfen wurde. Als ich aus der Bar trat, waren nur alle ganz aufgeregt und Fiach (der Ire) hatte ein schmutziges Shirt. Und keinen Pass mehr. den hatte der Polizist, der damit sicher ging das unser Freund nicht flüchtet bevor er dann mit Handschellen in einen Streifenwagen verfrachtet wurde. Tja, so schnell kanns gehen, ab nach Guantanamo oder in ein geheimes CIA Gefängnis, deren Existenz der Präsident ja vorgestern bestätigt hat. Nein, im Ernst, die reaktion des Polizisten, sowie dessen Vorgehen, Tonfall etc. waren nicht in Ordnung. Auf der anderen Seite, warum springt ein Ire auf ein parkendes Auto udn versucht aufs dach zu klettern? Diese Frage stell ich seinem Kumpel, Brian. Naja, das machen wir manchmal, nur so aus Spaß. Aha. Und wir sollen uns keine Sorgen machen, Fiach kann hööchstens wegen Öffentlicher Trunkenheit belangt werden, so schlimm ist es nicht. Brian ist auch schon verhaftet worden. Glaubt man kaum, denn diese gepflegten Journalismus- und Sportstudenten sind eigentlich ganz harmlos.
Werd gleich mal rüber gehen und schauen ob unser Kumpel inzwischen wieder frei ist.
Und dann mach ich Hausaufgaben, versprochen.
best,
K

PS: etwaiges Lösegeld und andere Zuwendungen sowie Fanpost gehen an:
Matthias Kuhlmeier
11 Gorham Street Apt. # 10
Allston, MA, 02134
USA

Tuesday, September 05, 2006

Endlich (kein) Urlaub

nachdem zu meiner großen Überraschung auch der gestrige abend viel zu ruhig verlief, ging es dann heute zum ersten Mal an die Uni. Was auch immer man vom amerikanischen Bildungssystem halten mag, aber ich bin der Meinung die verkaufen sich schon ganz gut. Der vor Technologie strotzenden Einrichtung der Gebäude und dem Kaliber der Lehrkräfte nach zu urteilen legt man tatsächlich wert auf die Ausbildung in Boston. Das ist gut, denn deswegen bin ich hier. Auf der anderen Seite ist es etwas angsteinflößend, denn wie bereits durch eine meiner Quellen angekündigt worden war, ist das amerikanische Unisystem sehr viel verschulter, i.e. besser durchorganisiert als das deutsche. Die Anforderungen sind auf dem Papier zumindest relativ hoch und die Ausrichtung ist klar praxisorieniert, man bekommt in der ersten Stunde zuerst erzählt mit welchen Einstiegsgehalt man rechnen kann wenn man den Kurs und die Fachrichtung durchzieht. War heut in ner Journalismusklasse, Grundlagen des newswriting und Reporting, ist für mich insofern ganz interesannt, als dass ich zwar theoretisch das ganze im deutschen Kulturraum ganz gut beherrsche, aer vom amerikanischen Journalismus und dessen Recherechemethoden keine Ahnung habe. Geleitet wird der Kurs von einem Editor des Boston Globe. Ausserdem war ich noch in einer Kommunikationsforschungklasse, die von einem recht respekteinflößendem Professor geleitet wird der hohe Anforderungen an Studenten stellt und die Tür abschließt weil er Zuspätkommer hasst. Nach dem ich mich dann mehr als verausgabt hatte an der Uni ;-) hab ich mit Jen noch einen kurzen Ausflug in die Stadt gemacht. Im folgenden auch dazu ein paar Bilder. Hier die Skyline von Boston, auf dem Nebenarm des Hafens soll an dieser Stelle laut meines "Rough Guide to Boston" eigentlich das Schiff liegen auf dem damals die Boston Tea Party begonnen wurde.ie uns ein Polizist mitteilte ist das Ding leider abgebrannt und deshalb kann man es jetzt nicht mehr anschauen. Man sollte diesen Fauxpas eventuell dem Autoren meines Büchleins mitteilen da sonst ganz viele Touristen sehr enttäuscht sein werden.
 
   
 
 
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Immerhin stand die Statue von George Washingon, hier im Hintergrund im Stadtpark, dahinter erneut Skyline von Boston.
Und natürlich waren wir auch wieder am Hafen, das ist schon ein schönes Nest, dieses Boston. Da steht man zwischen vor Reichtum kaum was mit sich anzufangen wissenden Bürogebäuden die jede deutsche Stadt blass werden lassen und im gleichen Augenblick kreischen die Möwen, da mann ja am Meer ist, sehr interesannt Mischung. Sonst ist noch nix spektakuläres passiert, leider, wie einige Leser vielleicht denken mögen. Negatives Highlight war mein erneutes geschmacksvermissendes esserlebnis in Taco bell für $4,29. Weniger wegen des Essens als vielmehr aufgrund der Tatsache dass ich meinen riesigen Getränkebecher beim Versuch den viel zu kleinen Deckel drauf zu würgen umgeworfen hab, was zur Folge hatte dass mein Tisch geflutet wurde...ugh.
Hoffe morgen ist endlich wieder mehr los, wollt auch gerne endlich mal ins Sportzentrum um die ungenutzt brach liegenden Basketballplätze etc. endlich einzuweihen. Für heute solls das gewesen sein.
best,
K
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Monday, September 04, 2006

Wenn sich der Alltag einschleicht

...wird es auch bei mir etwas ruhiger. Auf Wunsch einer einzelnen (der einzigen?) Leserin schreib ich aber trotzdem. Viel spektakuläres ist ja nicht passiert in den letzten Tagen. Samsatg hab ich ein weiteres Mal von dem kostenfreien Essen profitiert diesmal keine Burger und Sandwich sondern richtiges gekochtes Essen am Tisch mit Nachtisch und Salat, letzteren hab ich aber verpasst weil ich zu spät war. Konnte ja keiner wissen das plötzlich Essen serviert wird und nicht einfach am Büffett abzuholen ist wie sonst. Nach dem Mittag war dann nix weiter los und so bin ich erst zu Abendessen wieder an die Uni um wieder kostenlos Essen abzustauben. Diesmal gabs aber nur Sushi und das war erstens fast alle und zweitens auch noch vegetarisch. Na Klasse, nix im Bauch und geschmeckt hats auch nicht wirklich. Zumal die grüne Pampe die ich mir zur Deko drüberkeleckert hatte keine Avocado-paste war sondern ein Meerettich-geschmacklos-erscheinend-lassendes asiatisches Teufelsgemisch. Haben dann mit nem Typen aus Singapur der offenbar Gold scheißt und eigentlich in Australien studiert, öfters hohe Sportwetten ($500 auf Bochum letzte Woche gegen Cottbus) in den Sand setzt und ein ziemlicher Poser ist sowie noch nem Spanier, Anke und zwei unserer amerikanischen Student Advisors noch einen Abstecher in eine bar gemacht, deren Türsteher sich nicht von mir Überzeugen lassen wollte, dass ein deutscher Ausweis, ein Führerschein, eine Boston University Card und was weiß ich nicht noch alles eigentlich als Ausweisdokumente ausreichen um zu belegen dass ich 23 bin und in die verdammte Bar darf. Meinen Pass wollte er sehen, bin doch nicht bekloppt dass Ding mit durch die Kneipen zu schleppen, am Ende gehts noch verloren und ich lande in Guantanamo. nach 10 Minütiger Diskussion mit dem türsteher, der dabei aufgeregt sein 200-Seitiges Handbuch wälzte um darin nach Beispielen anerkannt gültiger Ausweisdokumente zu suchen durften wir dann, aber nur dies eine Mal, rein. Jetzt muss ich mir für $25 wohl auch noch ne sogenannte Liquor-ID besorgen damit ich ohne Pass in die Kneipe kann. Diese Puritaner sind echt verrückt. Jedenfalls zeigte sich dann in der Bar, dass Tonis Beschreibung der amerikanischen Trinkschwäche wohl doch recht zutreffend war denn meine Studentadvisorin hat für ihr mickriges 0,33er Bierchen länger gebraucht als ich für 3 und war nachher irgendwie komisch angeheitert. Sachen gibts. Dann hab ich mich geschämt und beschlossen lieber nichts mehr zu bestellen. trotzdem war der abend ganz nett, auch wenn er schon gegen 23:30 endete.
Sonntag machte dann seinem Namen alle Ehre und begann mit Nieselregen und Nebel bei immernoch warmen Temperaturen. Genauso endete er auch. Sonst gibts nicht viel zu sagen, zwischendurch war ich mit Jen im Shawns Supermarkt der nicht nur 24h offen hat sondern auch noch eine erschreckend große Auswahl aller erdenklichen Lebensmittel in erschreckender Quantität. Lebensmittel sind auch relativ teuer hier, zum Einen weil sie wirklich teuer sind und zum Andern weil man die sonst billigeren Sachen nur in Familienpackungen kaufen kann, die wohl in anderen Teilen dieses Erdballs gut und gerne einer Jahresration für ein ganzes Dorf entsprechen mögen. Hoffe mal die Butter, Zucker und Salzvorräte halten jetzt auch bis an den Tag wo es endlich Weltfrieden gibt oder wenigstens bis zu meiner Abreise.
Nach einem Besuch im Buchladen und dem dumpfen gefühl dass ich wohl Bücher in dreistelligen Beträgen zu erwerben genötigt sein werde hab ich den Tag dann ruhig ausklingen lassen und für Jen und mich unter Anwendungen aller logistischer Kniffe ein Essen gekocht. Nudeln, Tomatensoße, angebratene Zwiebeln (für die Soße) und Hühnchennuggets. Das alles in 2 "Töpfen" die den Namen nicht tragen dürften.
Heut morgen hab ich dann verzweifelt versucht meine Bücher zu einem Bruchteil des Preises bei Ebay zu bestellen aber im Moment scheint es da noch ein kleines Problem mit den Adressenunterschieden zu geben. Da das Wetter heute erheblich sommerlicher war als zuvor, war es direkt ein Vergnügen das erneut kostenlose BBQ auf dem Sportplatz zu genießen. Leider war das Essen zu schnell alle, gut ich war auch ne Stunde zu spät, so hab ich nur einen richigen Burger essen können und musste mir dann noch einen VEGETARISCHEN reinpressen. Gefolgt von einem Hot-Dog.
Dann haben Jen und ich ein Formular ausgefüllt, in dem der neue Mieter etwaige Schäden oder Reperaturbedarf meldet. Da Jens englisch nicht besser ist als meins (letztens musste ich ihr buchstaieren wie man 'process' schreibt) durfte ich es ausfüllen. Da ich ein kleinlicher Europäer bin dem die amerikanische Gelassenheit fehlt hab ich große schwierigkeiten gehabt den Gesamtzustand des Apartments weder als desolat, beleidigend noch runtergekommen zu beschreiben. Wir haben uns dann auf MEDIUM verständigt und, ohne es Jen zu sagen, hab ich dann neben den verdreckten Füßböden, der ekelhaft verkeimten Wanne die erst mit Bleiche im zweiten Schrubbgang gesäubert werden konnte, dem kaputten Küchenfenster und zwei fehlenden Thermostaten an den Heizkörpern und des verstopften Waschbeckenabflusses im Bad auch noch draufgeschrieben, dass: "die Heizkörper seit Jahren ncht gereinigt wurden und ausserdem die Farbe von ihnen abfällt". Auch einer der Regler fiel unaufgefordert nach der geringsten berührung schamlos zu Boden. Meine Ehrlichkeit hat mich nun dazu verdonnert die Liste selber zu vermieter zu bringen weil jen es sich nicht verscherzen will. Nur zu gerne :-)
 
 
Dann kam ich heut in den Genuss Nachrichten zu schauen, und der Aufbau selbiger ist nicht nur nach kommunikationswissenschaftlichen Gesichtspunkten lächerlich, er beleidigt auch noch das Bildungsbürgertum. Erste Naricht: Die kommenden Wahlen, präsentiert wie ein Pferderennen, man kann sogar wetten bzw. in Aktien der Kandidaten investieren. Wer für was steht interessiert ja nicht. Dann, wie erwartet keine Nachrichten über die Welt und ihre Kriege sondern der Schock der Nation: Crocodile Hunter ist tot. Die Todesursache, ein Rochen hat ihn erstochen, war dann Grund genug noch ein Special über Rochen nachzuschieben. Vorher jedoch nach erneuter Werbung gabs noch jemweils 5sec am Stück (hab mitgezählt) Krieg im Irak, dann in Afghanistan. Zurück zu den Rochen, ein Experte erklärt wie man sich im Meer zu verhalten hat, respektiert die Tiere! Dann eine Liveschaltung nach Boston, gleich um die Ecke treibt ein Taschendieb sein Unwesen! Grund genug die ganze Bevölkerung von Massaschusetts in Alarmbereitschaft zu versetzen. Dann endlich Sportnachrichten und Wetter. Jen war zu dem Zeitpunkt schon eingeschlafen also bin ich zu mir und dachte ich schreibs auf, anders komm ich damit auch nicht klar. Das ist einfach unglaublich, wie soll man denn in diesem Land überhaupt etwas über die Welt erfahren die man regiert wenn nicht mal CBS Nachrichten bringt die wenigstens irgendwie relevant sind??? Im Anhang noch ein paar Impressionen vom Campus BBQ am Freitag und ein paar Bilder der Internationalen. Keines dieser stammt von meiner Kamera, deswegen erkennt man auch was.
best,
K

 
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Saturday, September 02, 2006

Umzug

Hiermit ist es dann wohl vollbracht, wir sind tatsächlich und endlich umgezogen.
Ich hoffe es war auch der letzte hier denn Umziehen ohne Auto und auch nur den blassesten Dunst von kulturellen Unterscheiden zwischen der deutschen und amerikanischen Art ein solches Unterfangen anzugehen, bekommt man schnell schlechte Laune.
So in etwa wenn man nach 6,5 Stunden Schlaf (länger als 7 Stunden hab ich hier in der ersten Woche nie geschlafen, meist eher 6)von seiner Mitbewohnerin gegen 7:30 geweckt wird. So, wir müsen jetzt raus hier, die neuen Mieter sind schon da. Gut, gerne, hab eh nicht gut geschlafen denn das gequieke der Ratten am Fenster unseres Basement Apartments ging mir ohnehin auf die Nerven und hat mir auch etwas Angst gemacht. oh und ganz ehrlich der verdreckte Fußboden ekelt mich nicht nur an, er ist auch noch hart, nichtmal meine Kopfkissen-Strickjacke hat mir Freude bereiten können. Duschen und Frühstück fallen aus, es ist ja nicht genug Zeit. Also stolper ich aus dem Apartment und wir räumen unseren Krempel (während ich protestiere und darauf bestehe das meine Sachen bewacht werden) auf die Straße. Dort läuft man Gefahr dann sein gesamtes Hab und Gut zu verlieren, da ja die ganze Zeit Leute umherstreichen und den Müll (Möbel etc) auf brauchbares untersuchen. Ausserdem laufen Angestellte der Stadt umher und warnen Leute davor keine Milben und "Bedbug" infizierten Matrazen und Möbelstücke von der Straße mitzunehmen. Trotzdem ist diese Art des Einkaufs offenbar die begehrteste unter College Studenten und jeder richtet seine Wohung mit gefundenem Kram ein. Jennifer hatte sich 2 Matrazen, ein Bett, einen Tisch, ein Bücherregal, einen Fernseher und einen VCR aufschwatzen lassen. Damit saßen wir dann auf der Straße während zur gleichen Zeit und großartiges Frühstück für die anderen Austauschstudenten serviert wurde. Dementsprechend meine Laune. Unsere Schlüssel durften wir um 9 holen, also bin ich einfach mit all meinen Besitztümern den ganzen Weg zu unserem neuen Zuhause gelaufen. Dann nochmal um Jennifers Scheißfernseher zu holen. Dann nochmal um irgendwelche Kisten zu schleppen, deren Gewicht auf der 700m Strecke doch ganz schön an meinem Überlebenswillen zehrten. Bin mir relativ sicher, dass ich ohne die entsprechende Wut im Bauch -was andres hatte ich ja nicht gegessen- wohl nie angekommen wäre. Die letzten Meter waren die Hölle und mit Krämpfen und verzerrtem Gesicht schleppe ich mich in unser Apartment. Die verkeimte Matraze die ich hätte haben können wollte ich nicht, und da ich schon genug von Jen's Müll geschleppt hatte, hab ich mich auch nicht um den Rest gekümmert. Also sind Regal und Tisch den Pennern/Studenten zum Opfer gefallen. Überhaupt müsste man über amerikanische Umzugsgewohnheiten eigentlich ein Buch schreiben, man muss sich nur mal vorstellen wie ganz Boston und damit meine ich wirklcih ALLE an ein und dem selben Tag umziehen. Die Straßen sind verstopft mit Umzugswagen, auf den Bürgersteigen türmen sich "Möbel" die auf die müllbfuhr warten, überall schleppen Menschen riesige Gegestände in Häuser und wieder heraus, ab und an fliegt auch einfach ein Sack voller Schrott direkt aus dem Fenster auf die Straße bzw einen Hinterhof. Dort wird dann bevor die Behörden es verhindern können, ein Großteil des Gerümpels von armen und/oder Schwarzen Mitmenschen abtransportiert. Natürlich auch von uns. Direkt unter einem unserer Fenster war eine riesige Müllhalde aufgetürmt.

Hab es dann nach vollendetem Einzug gerade noch so geschafft die Reste des kostenlosen Mittagessens (Sandwich) abzubekommen. Dort hab ich dann mit etwas Glück noch 4 Iren getroffen, die gleich um die Ecke wohnen und mir bei der Matrazensuche helfen konnten. Hab dann aus Sicherheitsgründen tatsächlich eine gekauft, die billigste für 105 Dollar. Mein Schreibtisch stand auf der Straße, meine Lampe auch. Beide scheinen aber halbwegs sauber und funktionsüchtig zu sein und nur bei der Matraze wollte ich kein Risiko eingehen.
Dann musste ich auch schon zur nächsten Belehrung, die Bibliothekseinführung hab ich leider verpasst, aber Immigranten und Visainformationen standen auf dem Pflichtprogramm für Internationals.
Auf dem Heimweg war dann wieder McDonalds die einzig bezahlbare Alternative, da ich ja sparen muss. 2 doppelte Cheeseburger, $2).
Dann gings ans Putzen, die Details erspar ich euch jedoch sonst macht ihr euch wieder Sorgen. Man könnte zusammenfassend sagen, dass nach übermäßigem Einsatz der giftigsten Chemikalien des Erdballs irgendwann Bad und Küche für amerikanische Verhältnisse relativ sauber wurden.
Kurz bevor ich dann erschöpft gegen 10 auf meiner Matraze einschlafen konnten hat Jen mich dann überredet doch noch auf ein Bier auszugehen. Auch hier erspar ich mir weitere Details auch wenns tatsächlich jemanden interessiert. Highlights waren nicht die 2 Bier in der Bar und auch das Fass auf der Party ihrer Chefin sicherlich nicht, aber die resultierenden Konversationen mit einigen angeheitereten Mitmenschen und ein 2gegen2 Basketball Match um 2 uhr morgens in einem der vielen Parks von Boston gegen einen Verrückten der mich die ganze Zeit Dirk nannte und sich extra sein Reggie Miller Trikot überstreifte als er mich herausforderte verdienen eine Erwähnung. Verloren hat der Typ natürlich, und wie, er konnte ja nicht mehr laufen und ist ständig hingefallen auf dem Asphaltplatz...
Heute morgen wachte ich dann auf und hatte tatsächlich mal lange geschlafen. Hunger und Muskelkater hatten meinen leicht unterkühlten Schlaf beendet, trotzdem scheint alles gut zu sein...oder?
best
k


Die Bilder sind übrigens aus meinem Fenster aufgenommen, man sieht die Straße mit den ganzen Umzugstrucks und ein paar Eindrücke meines spärlich möblierten Domizils.

Thursday, August 31, 2006

Es geht bergauf

Letzte Nacht auf fremden Fußboden:

So, da sitz ich nun. Auf dem Fußboden von Josh’s inzwischen leerem Zimmer, Jennifer und Dan machen sich gerade fertig um noch zu ’ner Show zu gehen, ich bleib mal lieber hier und hol etwas Schlaf nach –und erzähl euch was es so Neues gibt. Da ich dazu angehalten wurde nichts abenteuerliches mehr zu schreiben um die Nerven meiner Familie zu schonen wird’s von nun an etwas langweiliger werden. Wie Ihr wollt.
Fangen wir mal mit gestern an, zumindest mit den Dingen an die ich mich entsinnen kann. Gestern war Check-In an der Orientation und die ganzen College-Kids strömen in die Stadt. Vor jedem zweiten Haus steht ein Umzugswagen, Müll und Möbel türmen sich auf der Straße und werden in kürzester Zeit von anderen wieder aufgesammelt, auf Autodächer gebunden oder einfach ins nächste Apartment geschleppt. War dann mit meiner Kommilitonin Anke beim Check-In mit unserem Austausch-Koordinator, dann beim College of Communication wo unsere Stundepläne nocheinmal nach unseren Wünschen geändert wurden. Alle sind hier wirklich sehr nett, reißen sich fast den Arsch auf um alle unsere Wünsche und Probleme zu berücksichtigen, außerdem sind die ganzen Mitarbeiter an der Uni sehr informell und aufgeschlossen, was Service und Leistungen gegenüber Studenten angeht kann man sich diesbezüglich so einiges abschauen in Deutschland, bezahlbar ist der ganze Trubel aber offensichtlich auch nur durch die horrenden Studiengebühren die uns Privilegierten ja erspart bleiben.
Und dann hab ich zum Zweiten Mal das Gesetz gebrochen (Nummer 1 war als ich am Tag meiner Ankunft in der Öffentlichkeit Alkohol getrunken hab, denn das ist laut State Law verboten), indem ich arbeiten war. Wie ich heute erfahren habe, darf ich gar nicht außerhalb des Campus arbeiten, und damit hat meine Aushilfetätigkeit bei einer Umzugsfirma bei der wiederum Bekannte von Bekannten arbeiten die mich dann angerufen haben ob ich nicht Zeit hätte (Ja, so einfach ist das hier) auf jeden Fall ein weiteres Gesetz gebrochen. Da bin ich also mit der U-Bahn durch halb Boston gekurvt, hatte kein Mittag, dafür ein weiteres Frühstück bei Mcdonalds für $4, hab mal eben $30 in 3h verdient und bin dann zurück zum Apartment um kurz zu duschen. Dann gings auch schon zurück an die Uni, denn um 1830 sollten Trips durch Boston starten. Mit dem festen (Irr)glauben, dass dieser Trip ein Abendessen einschließen würde waren wir dann im „Northend“ von Boston, am äußerst malerischen und wunderschönen Hafen, im Italienischen Viertel und im Finanzviertel. Das alles bei Abenddämmerung, Sommertemperaturen und mit knurrendem Magen.
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Letzterem wurde dann mit einem Quarterpounder wieder etwas bessere Laune bereitet. Dann gings auch schon zur Wohnung zurück und meine Beine und Arme wurden langsam schwerer. Da die Wohnunhg nicht nur verdreckt sonder auch verlassen und abgeschlossen war blieb mir dann nichts anderes übrig, als noch mal 15min durch die Stadt zu marschieren um zu Jennifers Freundin zu gelangen. Zwischendurch musste ich noch kurz in den Liquerstore um eine der ausgezeichneten 8,1% Flaschen Stählerne Reserve zu besorgen (Maltliquer) und von da an war der abend gelaufen. Wie beim letzten Mal mussten wir dann noch in zwei weitere Bars und der heutige morgen brachte das verdient brutale Erwachen gegen 7:35.
Heute ging die Orientierungswoche dann richtig los und die ganzen anderen Internationalen und neuen Studenten sammelten sich um sich instruieren und rumführen zu lassen. Übrigens auch ein Novum, so ausgedehnte Orientierungen gibt’s in Deutschland nicht, brauchen wir auch nicht weil unsere Studenten nicht so hilflos und verweichlicht sind, dass sie mit riesigem Personal und Materialaufwand, einschließlich leerreichen Sketchen, und großangelegten Massenkundgebungen instruiert werden müssten. Trotzdem sehr angenehm, denn es gab freies Essen zu Mittag und heut Abend ein umfangreiches Barbeque.
 
 
 
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Alles in allem schien heut die Welt auf dem Kopf zu stehen, denn ich war einer der am besten organisierten Studenten, da ich im Gegensatz zu den meisten Neuankömmlingen ja schon alle Formalitäten erledigt hatte. Daher konnte ich dann auch gleich mein Expertenwissen weitergeben und andere, wie die beiden orientierungslosen Franzosen, mit instruieren und vor größeren Problemen bewahren. Insgesamt ist die Internationale Gruppe ganz nett, auch wenn einige Probleme mit English zu haben scheinen.
Als ich dann gegen Mittag langsam wieder klar war im Kopf setzte dann leider meine Müdigkeit ein und trübte meinen Triumphzug ein wenig. Des weiteren sei angefügt, dass ich nun mein Konto hier eröffnet hab; wie schon beim letzten Mal hab ich aber keine Ahnung, was ich da unterschrieben habe. Immerhin gab es einen Haufen unnützen Werbekram dazu, u.a. zwei Frisbees, Stifte, Trinkflasche etc. Dann hab ich, zuvorkommend wie ich mich hier gebe, doch gleich noch anderen geraten ein Konto zu eröffnen, was mir dann jeweils $10 für Kundenwerbung einbrachte. Wie einfach doch manchmal alles sein kann.
Wie dem auch sei, morgen ist großer Umzugstag, frag mich nur wie wir unsere jeweils 2 Reisetaschen, Rucksack, Laptop, Bücherregal, Tisch und 2 Matrazen (letztere Artikel gabs vom Nachbar über uns -der gerade auszieht- für umsonst) zu Fuß, d.h. ohne Auto 10 Blocks weiterschleppen sollen. Naja, aber darüber macht sich meine Mitbewohnerin wohl morgen Gedanken, bis 9 müssen wir hier raus sein, dann ziehen die nächsten ein. Sehr seltsam alles, selbst für mich. Saubergemacht (Abreisen und Neubauen wären das Beste) wird offenbar gar nicht erst. Und obwohl ich mir die Orientation eigentlich sparen könnte, muss ich doch die kostenlosen essen mitnehmen damit sich das Geld wenigstens rechnet. Und das wird es wenn man bedenkt was ich huet schon alles gegssen hab (Riesensandwich am Mittag, 2 frisch gegrillte, männlich-große Burger heut Abend, beides kostenlos!).
Knüller des heutigen Tages war die Belehrung darüber was man alles nicht darf, emotional, effektreich und dramaturgisch meisterhaft vorgetragen vom Rektor persönlich und zwei Gastsprechern des hiesigen Polizeireviers. PowerPoint unterstützt und mit Army-Instructor Tonfall hat man uns darüber aufgeklärt das Alkohol schlecht ist, illegal sowieso und umbringen tut es einen auch wie eindrucksvoll an einem Beispiel demonstriert. Auch Waffen, gefälschte Ausweise, Drogen und Vergewaltigungen sind untersagt, beschützt werden wir vor all dem jedoch durch die Uni-interne Polizei und entsprechende Notfall-Telefone. Selbstverteidigungskurse für Frauen gibt es auch und es ist unerlässlich seine Wohnung abzuschließen um Diebstahl vorzubeugen. Auch den Feueralarm darf man nicht zum Spaß benutzen. Garniert wurde die meist drohend formulierende Moralpredigt für Gipsköpfe dann noch mit lebhaft dokumentierten Beispielen darüber, was passieren kann, wenn man sich nicht dran hält. Die meisten Verstöße resultierten, wenn nicht mit dem Tod des Beispielgebers, zumindest aber mit dessen Verhaftung. Gut das wir aufgeklärt wurden, woher soll ich denn wissen das man keine Handgranaten mit an die Uni bringen darf, aber gut, nicht Alle scheinen so clever zu sein sonst hätte man ja keine konfiszieren können.
Gut, jetzt ist es fast 2400, Zeit Andre zu gratulieren eh ich seinen Geburtstag auch nach amerikanischer Zeit noch verpasse und dann sollte ich wohl schlafen…
Best,
-k

Wednesday, August 30, 2006

Von jägern und sammlern

Heute gabs lustige Sachen zu jagen. Gerade hab ich mir in MacGyver-Manier eine Harpune gebaut. Sie besteht aus einem Plastik-Besenstil und einem Taschenmesser, ach, was sag ich, nicht irgendeinem, nein, einem Schweizer Taschenmesser. Der verwirrte Leser mag sich fragen, warum. Und das zu recht. Nachdem ich bei meinem inzwischen zur Routine gewordenen Klogang auf eine etwa 3-4 cm große Schabe in unserer Badewanne gestoßen bin ist mir erstmals bewusst geworden, dass es in verdreckten Wonhungen wohl Ungeziefer geben mag. Sicherheitshalber hab ich das Killertier auch gleich mit dem Handy fotografiert sodass wenn man später meine Leiche findet jeder weiß wer mich auf dem Gewissen hat. Jennifer hat mich natürlich ausgelacht und eine Pussy genannt als ich das Bad zum Sperrgebiet erklärt habe und die Tür versiegeln wollte. Angeblich hat Sie schon mehrere solcher „Babies“ gesehen… Frag mich nur wo dann die Eltern sind, nein, eigentlich will ich’s nicht wissen.
Wie dem auch sein, nachdem wir uns dann genug belegt hatten geht sie nach draußen um zu rauchen, ich gehe in Josh’s Zimmer (Loch) um dort irgendwie ins Internet zu kommen. Wie ich dann so am Boden liege seh ich doch aus dem Augenwinkel eine Ratte/Maus? an mir vorbei huschen, aber unter der Heizungsrohrverkleidung verschwinden. Mein Reflex, der mich mit einem Fluch bzw Angstschrei auf die Füße brachte, muss katzengleich und elegant gewesen sein, leider hat ihn niemand gesehen, da Jen ja noch draußen war. Mit dem festen Willen gegen das Untier zu kämpfen und dem gehörigen Ekel bin ich dann in die Küche gehuscht um mir eine Waffe zu besorgen, die Erinnerung an zwei etwa kindskopfgroße, Ratten auf dem Parkplatz einen Block weiter noch frisch im Sinn, beschloss ich lieber für das Gröbste gewappnet zu sein. Als Jen dann mit einem von unserem Nachbarn aufgeschwatzten Fernseher vor der Tür stand, konnte sie meine Aufregung gar nicht begreifen. Im Grunde hält sie mich für einen Angsthasen und ein Kind weil ich tatsächlich bei dem Gedanken daran noch 2 weitere Nächte in diesem Ratten/Küchenschaben infizierten Loch zu hausen doch tatsächlich unruhig werde. Naja, als mir dann eine weitere Küchenschabe im Vorraum der WG über den Wg lief, jenem Parkettboden auf dem wir heute Nacht schlafen sollen (mein Mistloch ist leider wieder von seinem ursprünglichen Bewohner okkupiert) war das Maß dann voll. Freiwillig schlaf ich schon mal nicht ein, daher bin ich auch gerade dabei mich mit etwas Malt Liquer wieder zu beruhigen, da fällt das einschlafen dann etwas einfacher, egal wo.
Wenn Jen nicht Kopfschmerzen hätte, wär ich auch gerne noch ausgegangen und hätte meinen Austauschstudentencharme spielen lassen um vielleicht eine andere Bleibe für huet Nacht aufzutreiben. Aber nagut, meine Harpune hab ich ja zur Not noch immer.
Fast hätt ich’s vergessen, wir haben heut tatsächlich bei der verrückten Russin unterschrieben, eigentlich ein Kapitel für sich. Der Vertragsabschluss hat mich meinem finanziellen Ruin erheblich näher gebracht, gleichzeitig sichert er uns ein 3-Bedroom Apartment zu, welches annähernd wohnlich aussah und auch nah an der Uni ist. Ich werd einfach versuchen das am wenigsten runtergewirtschaftete Zimmer zu kriegen. Einen neuen Mitbewohner kriegen wir auch, irgendein Typ der mit Mutti im Schlepptau zur Vertragsunterzeichnung antrat. Apropos Vertrag, ich habe nicht die geringste Ahnung, was ich da heute knapp 20 Mal mit meinen Initialen und Unterschriften beglaubigt hab, dem verdreckten Loch von einem „Büro“ unseres „Landlords“ (Vermieter) zu urteilen hab ich meine Seele an den Teufel verkauft. Hab auf jeden Fall weder genug Zeit gehabt die ganzen Klauseln zu Lesen, noch hab ich sie im Detail verstanden, dazu reicht mein Vokabular einfach nicht. Offenbar war ich auch der Einzige der den Mist überhaupt lesen und gar hinterfragen wollte. Beruhigend ist immerhin, dass die beiden anderen genau so in der Pfanne sitzen und dass wir im 2. und damit hoffentlich Rattensicheren Stockwerk wohnen werden. Ab 1. September. Bis dahin,
wünscht mir Glück, ich brauchs.

PS: in punkto sammeln: hab wohl reichlich Minuten gesammelt beim Telefonieren, da ich ab und an in Deutschland angerufen hab. Wie sich heute rausstellte, kostet mich eine Minute nach Dtl. 1,68 Dollar. Oje…. Soviel zu meinem 100 Dollar Guthaben. Ich jedenfalls werd wohl keinen mehr anrufen so schnell.
PPS: Essen heute: Bagelpoint 4 dollar, Taco Bell 4 dollar, Jen kocht abendbrot…wie gestern? Ja, nur insgesamt teurer. MIST.

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Jäger

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Das "Baby"

Tuesday, August 29, 2006

Die Suche nach der Richtigen

Ok, es ist 8:05 Ortszeit und ich sitze wieder mal in Dan’s Mistloch, hab diesmal aber wenigstens die Matratze abbekommen. Trotzdem bin ich schon wieder viel zu zeitig aufgewacht, was teilweise an dem Scheißventilator liegt der die ganze Nacht läuft.
Zeit genug also mal wieder über den gestrigen Tag zu reflektieren. Was habe ich denn tolles erreicht?
Hier ist die Haben Seite: Hab meine Student ID, meinen T-Pass (Semesterticket) und bin als International Student registriert im entsprechenden Büro. Außerdem hab ich 3 Mal gegessen und dies ebenso oft nicht bei Mcdonald’s. (Frühstück im Bagelshop 3Dollar, Mittag im Taco Bell 3 Dollar, Abendbrot hat Jen aus Reis und den noch nicht von den andern geklauten Gemüseresten gekocht) Darüber hinaus hab ich 5 Wohnungen gesehen.

Klingt soweit ganz gut, doch hier ist was ich nicht habe: Eine Wohnung. Warum, na ja weil’s so schnell dann wohl doch nicht geht. Die erste Maklerin, eine junge Russin mit eigenwilligem Fahrstil, hat uns und zwei anderen Typen zwei 4-Bedroom Apartments gezeigt.
Das erste ließe sich als ganz gut als abgehalftertes Mistloch bezeichnen, für welches diese Haie auch noch 2100 Dollar (insgesamt) haben wollen. Es ist einfach unglaublich was man den Leuten hier anbietet, generalüberholungsbedüftige Drecksbuden werden zu unglaublichen Preisen an offenbar gleichgültige College-kids vertrieben. Das im gleichen Gebäude befindliche zweite Apartment war unwesentlich besser. Zum besseren Verständnis der hiesigen Sitten sei hinzugefügt, dass beide Wohnungen noch bewohnt waren, überall lagen Krempel, Säcke, Geschirr, Klamotten ohne Scheu durch die ganze Wohnung verteilt, teilweise wühlten dazwischen die Vormieter herum, Sachen packend oder einfach nur so herumgammelnd. In Wohnung eins wurde sogar gestrichen, d.h. auf dilletantische Art wurde helle, offenbar tödlich giftige Farbe flickenteppichartig an beschädigten oder vom Schmutz ergrauten Wandstückchen aufgetragen, ein Unterfangen das alle Wohnungen offenbar schon öfters erlebt haben, da sie, an den zahlreichen Stellen, wo die Farbe einfach abfällt, doch erkennen lassen wie viele Schichten hier schon drübergeklatscht wurden. Die Küchenmöbel, die sich vergeblich gegen den Verfall wehren, wären eine Geschichte für sich, leider hat man, weil man durch die Wohnung eigentlich nur durchrennt, jedoch kaum Gelegenheit zu gründlicheren Beobachtungen. Gut jedoch war, und das sei der Fairness halber gesagt, dass beide Apts. groß waren und mit Nebenkosten nur 525 Dollar pro Person.
Die nächsten beiden Prachtstücke, beides 2-Bedroom Apts., hat uns dann ein weiterer Makler gezeigt, auch hier könnte man wieder eindrucksvoll die amerikanischen Lebensverhältnisse dokumentieren. Die Miete beträgt hier etwa 1300 Dollar, kann aber unter Umständen auf 1200, evtl sogar 1150 gedrückt werden. Einschließlich Wasser, Gas jedoch ohne Strom. Wenn die Maklerprovision mit 600 Dollar nicht unverschämt hoch wäre, käme sicherlich eines der beiden in Frage. Mal sehen. Das letzte, und zu meiner Überraschung auch saubere Apartment war unbewohnt und lag eine reichliche halbe Stunde U-Bahn Fahrt von der Uni entfernt in East Boston. Das Haus war eigentlich schon fast zu gut gepflegt und der Vermieter, John, ein sehr angenehmer Kerl. Nachbarschaft und Hausbewohner waren eher Familien und damit verbitten sich natürlich Krach und Parties. Hätte die Wohnung gerne genommen, schon weil alle so sympatisch waren von der Sauberkeit her europäischer Standart erreicht wurde. Sie kostete auch nur 1000 Dollar, ist aber einfach zu weit ab vom Schuss und ohne Auto ab 0:30, also nach der letzen Bahn, nur noch per Taxi erreichbar und ich befürchte einfach irgendwann sind wir einfach mal zu laut, schon wenn ich an mögliche Besucher denke…
Wie dem auch sei, ich hab wieder mal Hunger, werde also in Kürze zum Bagelshop gehen und dann irgendwann die Anke zur Unibesichtigung treffen, ausserdem muss eine Wohnung unter Dach und Fach gebracht werden. Wünscht mir Glück, ich brauchs, schon wenn ich an die kryptischen Formulare zur Prüfung der finanziellen Lage der Mieter denke, die ein ahnungsloser Europäer nicht auszufüllen im Stande ist.

Monday, August 28, 2006

Regen am Broadway

Hey Ihr zuhause,
möcht mich, größtenteils aus eigenem Antrieb mal für die holprige R/Gr des letzten Eintrags entschuldigen. Man wird in unserem Domizil zwar von mindestens einem halben Dutzend WLAN Netzen durchdrungen, nur kann ich mich nur in ganz bestimmten Positionen in wenigen Ecken des Appartments auch einloggen. Daher hab ich den letzten Post an nem ameriikanischen Computer gemacht und dessen Tatstatur is an allem Schuld(t).
Wie dem auch sei, heute ist Montag, Tag 3 meiner Obdachlosigkeit, und ich hoffe meine Mitbewohnerin wacht bald auf -denn ich sitz hier und verhungere fast und würde auch gern den Tag nutzen UM ENDLICH EINE WOHNUNG ZU KRIEGEN. Wär auch langsam mal nötig denn so wie wir bisher gelebt haben reicht das Geld noch etwa ne Woche. Man kann einfach nicht drei mal am Tag Essen gehen! Daher würd ich gern selber kochen in meiner eigenen Wohnung, Küchenutensilien wurden uns bereits von nem Kumpel zugesichert und Möbel stehen tatsächlich auf der Straße, man muss sie nur irgendwo reinräumen.
Wie dem auch sei, ich schweife ab. Wollte ja eigentlich über New York erzählen.
Als ich in DResden grade durch den Sicherheitscheck war hatte Jen mir erzählt wir würden dahin fahren, ganz spontan. So wurde es dann auch durchgezogen. Ohne Plan und Konzept ging es Samstagmittag nach Chinatown, denn von dort fährt für $15 ein Bus nach New York. Chinatown in Manhattan. Also gings los und die 4,5h Fahrt taten auch gar nicht mehr so weh, man gewöhnt sich offenbar an alles.
Als wir gegen 1900 dann dort waren haben wir die Gelegenheit genutzt gleich mal in Chinatown zu Essen, große Klasse. Da hat man den einen Kulturschock noch nicht verarbeitet, da kommt gleich der nächste denn es ist schon etwas ungewöhnlich so viele Asiaten auf einen Haufen zu sehen. Und überall diese Gerüche! Müll auf den Straßen und Fisch und Gemüsemärkte überall. Ich hatte dann Schrimps und Reis, gegessen haben wir mit Stäbchen. Logische Konsequenz war dass der Krempel kalt war bevor Ich, ja ich, der so schnell-essende Teutone, fertig war.
Nachher gings dann ins "Village" einem anderen Viertel von Manhattan wo wir in einer Bar ne Freundin von Jen treffen wollten um dann bei selbger zu nächtigen. Da wir keinen blassen Dunst hatten wo wir sind, und die meisten Gestalten die da so durch die hereinbrechende Nacht wanken auch recht furchteinflößend sind, war ich mehr als froh dort anzukommen. Nach nem Bier und nem Schnaps und einer ersten Rebellion meines Verdauungstraktes fing es dann an zu Regnen und wir sind noch etwas umhergezogen, unter anderem um den Freund der Freundin, dem übrigens das Mistloch gehört in dem ich die erste Nacht verbracht hab, zu treffen.
Offenbar sind die amerikanischen Trinkgewohnheiten auch etwas anders denn in Kneipen geht man nicht um Bier tatsächlich zu genießen. Wie auch? Die Brühe geht auch nur mit Schnaps runter, daher gibt es oft Kombi-Angebote von einem "Bier" und einem Schnaps für $5. Da wir aber alle irgendwie zu Müde zum Feiern waren endete das ganze dann auch schon gegen 2 Uhr morgens.
Nach einer wieder viel zu kurzen Nacht gabs dann Frühstück bei McDonalds und eine Lehrstunde darüber, was passiert wenn man Sinn und Planlos durch New York zieht.
Man verläuft sich. Statt vom Times Square zum Central Park und dann zum World Trade Center sind wir irgendwie nach Norden statt nach Sueden gelaufen und haben im Regen nur Bruchstücke dessen gesehen was wir eigentlich wollten. Immerhin hat dies aber Appetit gemacht auf mehr und wir kommen bestimmt nochmal wieder, dann aber bei besserem Wetter.
 
 
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Nachdem unsere Wanderungen mich völlig ermüdet hatten, wir mal eben Times Square, Rockefeller Center, Lincoln Ceter, Trump Tower und den einzige wahren Madison Square Garden passiert hatten, wollten wir dann per U-Bahn wieder zurück zur Wohnung unsrer Bekannten. Dann sind wir in die Falsche gestiegen und 10 Stationen nach Norden gefahren statt nach Sueden. Umgekehrt sind wir dann an der Grenze zu Harlem, wo ich doch su gerne hinwollte. Hab dann als Erinnerung daran, dass ich fast in Harlem war dort ne Zeitung gekauft. War irgendwie ein Aussetzer denn eigentlich brauch ich gar keine. Naja, jedenfalls sind wir nach längerer Irrfahrt und etlichem Nachfragen dann doch endlich wieder in Brooklin angekommen, haben unsere Sachen geschnappt und dann gings gegen 1730 wieder zurück nach Boston. War jetzt nicht der speltakulärste Trip aber irgendwie schon cool. Wer wei0 wann ich wieder Gelegenheit dazu habe wenn die Uni erst los geht.
Hoffe das Lesen hat euch nicht zusehr ermüdet, ich such mir jetzt mal was zu frühstücken (alles ausser McD!!!!!) und dann hoffen wir das Beste. Ausserdem kommt meine Kommilitonin Anke huet an und die werd ich evtl am Flughafen abholen. Die hat schon ne Wohnung die glückliche. ich hab wieder in meinem Mistloch gepennt, das war jetzt die 3. Nacht ohne echtes Bett, Danke übrigens an Dich Mutti denn wenn du mir das Ding nicht aufgezwungen hättest wär ich wohl aufgeschmissen....

best
-k

Saturday, August 26, 2006

Erste Nacht

Heute morgen wache ich auf in einem Schlafsack, im Unterbewusstsein nehme ich so halb war wei mein Handy vibriert und mir ne SMS ankuendigt. Da komme ich langsam zu mir: ich liege auf dem Fussboden eines, nein des verdrecktesten Mistloches dass ich je gesehen habe (dagegen sind Laurens Wohnung und selbst das Rattenloch bei Matt einfach mal nur blass im Vergleich). Um mich herum tuermt sich der Muell und ich rekonstruiere wie ich hier hergekommen bin. Gestern Abend hatte ich meine 28,5 Stunden wachphase beendet und war eingeschlafen bevor meine Mitbewohnerin ueberhaupt ins Bett gegangen war. Zuvor war ich relativ komplikationslos und mit nur leichten verspaetungen von Dresden ueber Frankkfurt nach POhiladelphia geflogen. Die Kost im Flugzeug war wie zu erwarten erbaermlich und mein Sitznachbar ist in den lausigen 8,5 Stunden flugzeit nach Philly ungefaehr ein dutzend mal aufgestanden um aufs klo zu gehen. der kreislauf. In Philadelphia dann nahm einer der Beamten bei der erneuten Taschenkontrolle seinen Job ganz ernst und dachte sich den Idioten im hellblauen Hug-me Shirt werd ich mal seinen Rucksack ausraeumen lassen. Na ja, was solls ins Dresden u Frankfurt arbeiten ja nur Idioten und die haetten bestimmt gar nicht gemerkt dass ich in meinem Rucksack waffen mitschleppe... Leider is aus dem netten Beamten dann doch kein Held geworden und er hat sich nett entschuldigt und mich meinen krempel wieder einpacken lassen. Daraufhin hab ich dann noch weniger lust gehabt auf die ewige rumreiserei und spontan meine tickets bei der wiederabgage des gepaecks vergessen, also dort liegen lassen. gluecklicherweise sind aber die natuerlich schwearzen kofferboys ganz nett und haben mich sofort zurueckgerufen. Dann hab ich auch grad noch den flieger nach Boston gekriegt, dieser hatte aber technische probleme und dann gings mit etwa ner stunde verspaetung erst los zum endpunkt meiner reise. Dort hat mich dann tatsaechlich Jen aufgesammelt und mich mit meinem krempel zu ihren kumpels hier gefahren (mit der U Bahn, dem lauten, stickigen drecksding). da wir dann viel zu spaet bei ihren kumpels waren, waren die dann samt wohnungsschluessel net da. und der acku von jens telefon war alle. und ich hatte hunger. sie auch. und auf dem flughafen hatte sie nur ein ghrosses bier bestellt als sie warten musste. aber mit den koffern in ne kneipe is auch nicht so gut also gehen wir in nen alkohol-laden und kaufen uns jeder ne flasche malt-liquer (40oz). Damit haben wir dann vor der Wohnung auf die Typen gewartet und uns des obdach und arbeitslosen leben des gewoehnlichen stattpenners hingegeben. fast noch nuechtern hab ich dann mein zeug abgeladen und dann sind wir noch in ne fast-food bude was essen. dann zu ein paar freunden wo die erste schon auf dem boden ihrer eigenen stube schlief. Und dann noch bis das licht anging in eine der zahlreichen bars hier in dem viertel. Mein letzter blick auf die Uhr nachdem ich den muell auf dem boden so weit weggekratzt hatte dass ein schlafsack hinpasste war dann 8:37 deutscher Zeit. Und muss ich auch schon eingeschlafen Sein. Soviel erstmal zu gestern, Spass hat es gemacht und heute gehts nach New York. Wohnung gekommen wir heute und morgen keine weil ja Wochenende ist aber es stehen bisher mind. zwei ganz lukrative zur Auswahl. Hoffen wir das Beste und schaun uns heute mal NY an. Das sind nur 3 Stunden mit dem Bus iund Jennifers Freundin Giifford is auch grad da. Hatte Gestern nacht noch die glorreiche Idee den Toni dort zu Treffen doch der lag bei meinem anruf schon im Bett und macht heut fahrradtour. Schjade, wer bestimmt ein Soass geworden sich am Broadwaz zu treffen und nochmal wenigstens etwas deutsch reden zu koennen. Denn das fehlt mir jetzt schon.
 
 
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best
-k

Monday, August 21, 2006

Die Geschichte von Tracy und einem Eishockeyschläger

Hiermit ist es offiziell. Ich werde, nein, nun muss ich auch das Land verlassen, einige in der Eisensuckstraße werden sicherlich erleichtert sein denn nun wird es wohl erstmal deutlich ruhier hier. Das letzte Lied klang aus und keiner weiß mehr so genau wann das war, die Küche heut morgen war weder begehbar noch wird sie je wieder sauber sein. Na mir solls egal sein, ich hau ja erstmal ab.
 
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Ich hätte auch viel lieber draußen mit euch gefeiert aber leider musste es ja regnen und aus irgendeinem mir vorher nicht bekannten Grund geht in Mitteleuropa am 20. August auch irgendwann die Sonne unter. Und das vor 23 Uhr, wär hatte das gedacht. Na gut was solls, damit fiel dann der Beginn der Party der Dunkelheit, die Würste und Steaks den Flammen zum Opfer. Und dem Regen. Aber wer lange hungert verliert die Hemmschwelle. Offenbar.
Da wir glücklicherweise nur im obersten Stockwerk dieses Brutkastens wohnen war es dann auch gar kein Problem unser gesamtes Grill und Gut wieder nach oben zu buckeln und uns in die vorher freundlichst durch Türaushängen erweiterte Küche zu questschen. Dort entwickelte sich dann sehr zum Wohlgefallen der freundlichen Nachbarn unter uns, langsam aber sicher ein nettes Beisammensein bei ruhiger Musik und gepflegter Unterhaltung. Selbiges war offenbar sehr einladend, denn zwei Mal bekamen wir Besuch. Der Zweite Besuch hat den ein oder anderen Gast wohl etwas zweifelnd umherblicken lassen, da doch tatsächlich unser etwa 20 Jähriger, 185cm und geschätze 120 Kilo in sich vereinender Nachbarssohn vor der Tür stand, und mit einem Hockeyschläger bewaffnet nach einem nächtlichen Ruhestörer fahndete. Da dieser bei uns nicht zu finden war, setzte er die Suche dann auf der Straße fort. Sachen gibts.
Wie dem auch sei, ich hoffe ihr habt den Abend wenn auch nicht genossen so dann doch wenigstens halbwegs ertragen können oder genug getrunken um nicht mehr daran denken zu können. Ich hab mich auf jeden Fall gefreut euch (fast) alle noch einmal zu sehen denn viele der anwesenden Teilnehemer werde ich wohl so schnell nicht wieder sehen. Aber wenns dann soweit ist wirds umso schöner, versprochen. Unten findet ihr noch ein paar kleine Impressionen der gestrigen Nacht, das komplette Fotosortiment gibts natürlich auf Anfrage bei mir oder Hoesi. Danke nochmal allen die dabei waren ich hab mich wirklich gefreut euch zu sehen auch wenn ichs nicht geschafft hab mich mit jedem Einzelnen so lange zu beschäftigen wie ichs gerne getan hätte. Aber das ist eben der Nachteil eines lauten, unzivilisierten und getränkereichen Abganges eines Musterstudenten.
 
 
 
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